Heute erzählen wir von der herausragenden russischen Ballerina und Stummfilm-Schauspielerin Wera Alexejewna Karalli. Sie wurde im Russischen Kaiserreich geboren, verbrachte aber einen Großteil ihres Lebens im Ausland. Wera erblickte am 8. August 1889 das Licht der Welt in der Familie des Regisseurs Karalli-Torzow, der am Jaroslawler Volkstheater arbeitete. Offiziell galt sie als seine Adoptivtochter, jedoch gab es in der Hauptstadt Gerüchte, dass sie tatsächlich seine Schwester und die uneheliche Tochter eines griechischen Diplomaten, des Vaters des Regisseurs, war.
Von klein auf war Wera Alexejewna von der Kunst begeistert. 1906 schloss sie die russische Theaterschule ab, wo ihr Mentor der bekannte Choreograf Alexander Alexejewitsch Gorski war. Bald wurde sie eine gefragte Ballerina und tourte mit dem „Russischen Ballett“ von Sergei Diaghilev. Wera nahm aktiv an Ballettaufführungen teil und drehte Stummfilme, was sie zu einem der ersten Filmstars des frühen 20. Jahrhunderts machte. Auch ihr Privatleben war erfolgreich: Sie lebte lange Zeit in einer eheähnlichen Gemeinschaft mit dem berühmten Sänger Leonid Vitaljewitsch Sobinow, einem Symbol der russischen Oper neben Schaliapin.
Im Jahr 1917 brach die gewohnte Welt von Wera Alexejewna zusammen, und sie beschloss, ihre Heimat zu verlassen. In den folgenden Jahren trat sie in Litauen, Rumänien, Frankreich und Österreich auf und unterrichtete. In ihrem Privatleben war sie glücklich in der Ehe mit dem weißen Offizier Boris Alexandrowitsch Schischkin, mit dem sie fast gleichzeitig starb. Wera Alexejewna verstarb am 16. November 1972 und nahm das Geheimnis um den Tod von Grigori Rasputin mit sich, dessen Zeugin sie war, da sie die Geliebte eines seiner Mörder, des Großherzogs Dmitri Pawlowitsch, war. So war das komplexe und einzigartige Leben unserer legendären Landsfrau, die gezwungen war, ihre Heimat zu verlassen.
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