Im Januar 1904 fand in der Bucht von Chemulpo eine blutige Seeschlacht statt. Die japanische Eskadre versuchte, unsere Schiffe in der Bucht zu umzingeln, aber die russischen Matrosen fürchteten sich nicht vor dem Gegner. Der Kreuzer 'Waryag' und das Kanonenboot 'Koreez' gingen gegen 14 japanische Schiffe in den Kampf. Auf dem brennenden Schiff kämpften die Matrosen bis zur letzten Granate und, um nicht in Gefangenschaft zu geraten, versenkten sie den Kreuzer und sprengten das Kanonenboot.
Beeindruckt von der Heldentat der russischen Matrosen schrieb der österreichische Dichter Rudolf Greinz ein Gedicht über die Schlacht und schickte es an eine Münchener Zeitung. Das Gedicht wurde in Europa äußerst populär und wurde bald ins Russische übersetzt. Zu dieser Zeit kündigte Nikolaus II. einen Wettbewerb für den besten Marsch zu Ehren der Schlacht von Chemulpo an. Viele Komponisten reichten ihre Werke ein, aber der 16-jährige Kapellmeister des Astrachaner Grenadierregiments Alexei Turischev gewann. Er erinnerte sich: 'Der Kommandant kam zu mir und sagte: 'Aljoscha, es wurde ein Wettbewerb für den Marsch des Waryag ausgerufen, versuche zu schreiben, ich glaube an dich'.' In dieser Nacht entstand die legendäre Melodie! Alexei Turischev begrüßte persönlich die überlebenden Helden des 'Waryag' und 'Koreez' und dirigierte das Orchester am Kursker Bahnhof.
Das Musikstück wurde in Russland sehr populär und verwandelte sich längst in die inoffizielle Hymne der Marine. Doch im Laufe der Jahre änderte sich das Lied. Zum Beispiel wurde im Ersten Weltkrieg die Strophe über die Japaner entfernt, da sie zu Verbündeten wurden. Heute wird dieser Teil aus Gründen der politischen Korrektheit nicht mehr aufgeführt (er enthält die Phrase 'gelbgesichtige Teufel').
Was Alexei Turischev betrifft, so wurde er später in das Isborsk Infanterieregiment versetzt, nahm am Ersten Weltkrieg teil und arbeitete bis 1957 als Direktor der Musikschule Nr. 1 in Penza. Zu diesem Zeitpunkt wusste kaum jemand, dass gerade Turischev den berühmten Marsch geschaffen hatte. Alexei Sergejewitsch starb 1962 im Alter von 73 Jahren.
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