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Geschichte der russischen Gemeinde in Seattle (USA)

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In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts belegte Seattle den dritten Platz unter den Städten an der pazifischen Küste Nordamerikas nach der Anzahl der Auswanderer aus Russland. Dies war darauf zurückzuführen, dass oft Schiffe aus dem russischen Fernen Osten in den Hafen einliefen. Seattle diente auch als Zwischenstation für Russen, die aus Kanada in die USA kamen, und für die Bewohner ehemaliger Siedlungen der Russisch-Amerikanischen Kompanie.

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Seattle eine stabile russische Gemeinde. Der örtliche Priester bemerkte, dass etwa 100 Russen in der Stadt lebten, darunter Flüchtlinge aus Sibirien, die als Hilfsarbeiter tätig waren. Außerdem gab es etwa 150 Osseten aus dem Kaukasus, die als Tagelöhner arbeiteten. In Seattle lebten etwa 1500 russische Juden, die Geschäfte in der Hauptstraße betrieben, wo sie Läden hatten und mit Kurzwaren und Sekundärrohstoffen handelten. Unter ihnen waren viele wohlhabende Menschen, die Lebensmittelgeschäfte besaßen.

Nach dem Bürgerkrieg kam eine neue Welle von Emigranten nach Seattle. Die ersten russischen Studenten kamen 1921 zum Studium in die USA und fanden Unterkunft in der örtlichen Kirche. Im Juli 1923 traf die nächste große Gruppe von Russen aus dem Fernen Osten ein.

Ehemalige Seeleute trafen sich regelmäßig zu Versammlungen in der "Kaju-Kompanie" in Seattle. Ihre 1930 gegründete Organisation war Teil der Gesellschaft der Russischen Marineoffiziere in Amerika. Zu den Vorsitzenden wurden angesehene Mitglieder der russischen Gemeinde gewählt, wie D.V. Nikitin-Fokagitov und N.S. Stepanov. Die Seeleute feierten maritime Daten, Jubiläen und Geburtstage und halfen auch denen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befanden.

Die kulturellen Gesellschaften in Seattle arbeiteten sehr aktiv. In den ersten Jahren ihres Aufenthalts in der Stadt gründeten die russischen Einwanderer informelle Kreise, in denen Treffen mit bekannten Emigranten, Vorträge und Konzerte stattfanden. Im Februar 1933 organisierten Enthusiasten der russischen Kultur die Ankunft des berühmten Chors der Donkosaken unter der Leitung von S.A. Zharov in Seattle. Nach dem Konzert fand eine Teestunde statt. Bald darauf gab es ein Konzert von S.V. Rachmaninov.

Die Buchhandlung von I.V. Losev war in Seattle sehr beliebt. Hier konnte man nicht nur Neuerscheinungen der Emigrantenliteratur erwerben, sondern auch die richtigen Leute treffen, um aktuelle Probleme der Gemeinde zu besprechen. Die größte russische Bibliothek in Seattle galt als die Sammlung von N.V. Kochergin.

Geo-Punkt

История русской общины в Сиэтле (США)

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