Der Tempel des Heiligen Sergius von Radonesch wurde 1916 als Teil des Komplexes der Sergievsky Samara Sprengstofffabrik im Dorf Iwaschenkowo gegründet, das 1929 in die Stadt Tschaipjewsk umbenannt wurde. Während des Ersten Weltkriegs wurde die Fabrik zu einem wichtigen Zentrum für die Produktion von Militärmunition. Der Bau wurde von Großfürst Sergei Michailowitsch Romanow geleitet, der beschloss, die Fabrik nach Sergius zu benennen und den Tempel seinem himmlischen Schutzpatron, dem heiligen Sergius von Radonesch, zu widmen.
Der Tempel gilt als herausragendes Werk des samaranischen Architekten D.A. Werner. Für seine Fassaden verwendete Werner verschiedene architektonische Elemente: Abschluss der Portale mit Bögen und „Gewichten“, filigrane Bänder, figürliche Nischen mit Majolika-Einlagen, Friese aus Kacheln und Fliesen mit biblischen Motiven, geschnitzte Halbsäulen, Balustraden und Kokoschki. Gottesdienste fanden hier bis 1926 statt, danach begann die Zerstörung. In den 1930er Jahren wurden die Heiligenbilder an den Fassaden zweimal mit Zement überzogen, was half, sie zu erhalten. Nach der Umgestaltung wurde das Gebäude als „Haus der Verteidigung“ genutzt. Während des Krieges diente es als Munitionslager und Gemüselager, und anstelle des Glockenturms wurden Flakgeschütze installiert. Von 1952 bis 1990 befand sich hier das Pionierhaus von Tschaipjewsk.
Im Jahr 1995 wurde der Tempel des Sergius von Radonesch der Kirche zurückgegeben. 2001 wurde der Glockenturm mit der Kuppel wiederhergestellt, und die Ikonenmaler aus Syzran gestalteten das Innere. Seit 2003 wird die Restaurierung aus dem Budget finanziert, und das äußere Erscheinungsbild des Tempels entspricht bereits fast dem ursprünglichen. Heute ist der Tempel des Sergius von Radonesch zum Hauptsymbol der Stadt Tschaipjewsk geworden.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.