Vor uns steht das größte Bauwerk des Zaričin-Ensembles, die Küche der Kaiserin Katharina, bekannt als "Küchengebäude" oder im Sprachgebrauch des kaiserlichen Personals als "Brothaus". Der Architekt Wassili Baschenow entschloss sich, den Wirtschaftsblock als mittelalterliche Burg zu tarnen, um ihn mit dem Gesamtstil in Einklang zu bringen. Das Küchengebäude wurde in Form eines riesigen Würfels mit abgerundeten Ecken erbaut. Baschenow verwendete weißen Stein aus den Choroschew-Steinbrüchen, der widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit war, anstelle lokaler Materialien. Die Fassaden des Gebäudes sind mit einem Emblem in Form eines Brotes und einer Salzstreuer sowie mit einem Monogramm aus den Buchstaben "X" und "S" geschmückt, die "Brot" und "Salz" symbolisieren.
Allerdings konnte Baschenow den Bau nicht abschließen. Katharina kritisierte seine Arbeit und entließ ihn aus dem Projekt. 1849 entwarf der Architekt Wassili Dregalow auf Anweisung von Kaiser Nikolai I. einen Plan zur Umgestaltung des Brothauses in eine Heilanstalt für Bauern. Später wurde das Gebäude zu einem Hotel für Datschenbesitzer. Von 1918 bis Ende der 1970er Jahre wurde der Palast mit abblätternden Monogrammen als Wohnraum für Wohngemeinschaften genutzt.
Im Jahr 2006 wurde das Brothaus nach einer langen Renovierung eröffnet. Jetzt sind seine Säle Teil einer historischen Ausstellung, in der Ausstellungen und Vernissagen stattfinden. Im Innenhof-Atrium werden Konzerte und Theaterveranstaltungen abgehalten.
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