Nikolai Stepanovich Gumilev (1886, 1921) war ein russischer Dichter, Prosaiker, Literaturkritiker und Übersetzer, einer der Vertreter der Literatur des Silbernen Zeitalters und Gründer der Schule des russischen Akmeismus. In seinen Werken und seiner Weltanschauung dominierte die Idee der Überlegenheit des Geistes über den Körper.
Gumilev wurde am 3. (15.) April 1886 in Kronstadt in einer Familie von Schiffsärzten geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Zarskoje Selo und später in Tiflis. Sein erstes Gedicht "Ich lief aus den Städten in den Wald..." wurde 1902 veröffentlicht.
Im Jahr 1903 trat er in die 7. Klasse des Zarskoje-Selo-Gymnasiums ein und lernte Anna Gorjenko (Akhmatova) kennen, seine zukünftige Frau. 1905 erschien sein erster Band "Der Weg der Konquistadoren", was ein wichtiges Ereignis in seinem Leben darstellte.
Nach dem Abschluss des Gymnasiums im Jahr 1906 ging Gumilev nach Paris und schrieb sich an der Sorbonne ein. In Frankreich versuchte er 1907, die Zeitschrift "Sirius" herauszugeben. 1908 erschien sein zweiter Band "Romantische Blumen", der Anna Akhmatova gewidmet war und den Beginn seines reifen Schaffens markierte.
Nach seiner Rückkehr nach Russland reiste Gumilev bald wieder und besuchte Sinop, Istanbul, Griechenland, Ägypten und afrikanische Länder. 1909 schrieb er sich an der Petersburger Universität für das Jurastudium ein, wechselte jedoch später zur historischen und philologischen Fakultät. Er beteiligte sich aktiv an der Gründung der Zeitschrift "Apollo". 1910 erschien sein Band "Perlen", der positive Kritiken erhielt. Im April desselben Jahres heiratete er Anna Akhmatova.
Im Jahr 1911 beteiligte sich Gumilev an der Gründung des poetischen Verbands "Zeh der Dichter", zu dem O. Mandelstam, S. Gorodetsky und andere gehörten. 1912 kündigte er eine neue künstlerische Strömung, den Akmeismus, an, die Zeitschrift "Hyperborey" wurde gegründet, und sein Band "Fremder Himmel" erschien.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete sich Gumilev freiwillig an die Front und wurde mit zwei Georgs-Kreuzen für Tapferkeit ausgezeichnet. 1917 verliebte er sich in Paris in Elena du Bushe und widmete ihr den Band "Zur blauen Stern".
1918 kehrte Gumilev nach Russland zurück und ließ sich von Akhmatova scheiden. In den Jahren 1919 und 1920 arbeitete er im Verlag "Weltliteratur", unterrichtete und beschäftigte sich mit Übersetzungen. 1919 heiratete er Anna Engelhardt, und sein Band "Feurige Säule" (1921) war ihr gewidmet.
Im August 1921 wurde Gumilev wegen seiner Beteiligung an einem anti-regierungslichen Komplott verhaftet. Nach drei Wochen wurde er zum Tode verurteilt, und die Hinrichtung fand am nächsten Tag statt. Das genaue Datum und der Ort seiner Beerdigung bleiben unbekannt.
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