Die im Juni 1977 im Zentrum von Balakowo eröffnete Kunstgalerie wurde zur ersten Zweigstelle des Saratower Radischtschew-Museums. Die Galerie befindet sich in einem einstöckigen Backsteingebäude mit einer Fläche von etwa 400 Quadratmetern, das an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert für die Handels- und Industriebank erbaut wurde.
Der Grundstock der Sammlung des Museums bildet die Ausstellung "Russische Kunst des 18. und frühen 20. Jahrhunderts" aus dem Bestand des Radischtschew-Museums. In den Sälen der Galerie sind Werke bekannter russischer Künstler zu sehen: Porträtmaler K. Makowski, F. Schurawljow, N. P. Bogdanow-Belski, Landschaftsmaler N. Dubowski, L. Lagorio, Kamenev sowie Genrebilder von N. Prjanischnikov, N. Swertschenkow und F. Bronnikow. Im Mai 2005 wurde die Ausstellung um Werke der angewandten Kunst ergänzt.
Nach der Restaurierung des Gebäudes im September 2009 erhielt die Galerie ein modernes Alarmsystem und spezielle Beleuchtung für die Grafik- und alte Meister-Säle. Die aktualisierte Ausstellung wurde von den Mitarbeitern der wissenschaftlichen und Ausstellungsteams des Hauptmuseums vorbereitet, was auch die Programme für verschiedene Besuchergruppen verbesserte.
Die Besucher werden von illustrierten alten Büchern über die kaiserliche Dynastie der Romanows empfangen, begleitet von Skulpturen. Vom Foyer aus gelangt man in den Saal der alt-russischen und orthodoxen Kunst, wo vor dunkelgrünen Wänden Ikonen des 18. und 19. Jahrhunderts, gegossene Plastik und kleine Ikonen sowie Stühle aus dem 18. Jahrhundert ausgestellt sind. Der nächste Saal ist der russischen Kunst des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts gewidmet, wo vor dunkelburgunderfarbenen Wänden Malerei und angewandte Kunst präsentiert werden. Westeuropäisches Porzellan ist in einer vertikalen Vitrine untergebracht, und Möbel in Kombination mit Malerei schaffen eine ansprechende Innenausstattung.
Vom Saal der russischen Kunst des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts gelangen die Besucher in den Grafiksaal, der erstmals in der Zweigstelle des Museums eröffnet wurde. Die Beleuchtung entspricht den internationalen Standards und beträgt 60 Lux, um die Grafik nicht zu beschädigen. Vor dunkelblauen Wänden wird russische Grafik des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts ausgestellt. Danach gelangen die Besucher in den Festsaal der russischen Kunst der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Alte Malerei in "goldenen" Rahmen kommt vor dunkelgrünen Wänden hervorragend zur Geltung. Hier sind auch Stühle und Sessel aus dem 19. Jahrhundert, große dekorative Porzellanvasen, bronzene Kerzenhalter und russisches Porzellan des 19. Jahrhunderts ausgestellt. Der letzte dunkelblaue Saal ist den Werken von A. P. Bogoljubow gewidmet, dessen Malerei neben Skulpturen und Sesseln des 19. Jahrhunderts präsentiert wird.
Vor einigen Jahren wurde das Gebiet um die Galerie umgestaltet und zur "Territorium für Kommunikation" erklärt. Es ist nicht nur ein Garten, sondern ein kultureller Ort, der als kreative Plattform gedacht ist, wo jeder Besucher eine Beschäftigung nach seinem Geschmack finden kann. Im Schatten der Mehlbeeren stehen Büsten von Lenin, Tschapajew, Gorki, Ziolkovski und anderen herausragenden Persönlichkeiten. Pflanzen und Sträucher wie Nelken, Kamille, Spiraea, Dahlien, Lilien und Taglilien sind harmonisch in diesem Bereich angeordnet. Hier kann man den ganzen Tag verbringen, von einer Beschäftigung zur anderen wechseln, denn im Garten stehen Staffeleien, Farben, Bleistifte und andere Werkzeuge für kreative Tätigkeiten zur Verfügung.
Im Garten gibt es viele bequeme Bänke, gemütliche Pavillons und Bücherregale mit Büchern, die frei zugänglich sind. Hier finden jährlich Veranstaltungen wie die Nacht der Museen und die Nacht der Künste statt.
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