In der Leontjew-Straße befindet sich ein kleines Herrenhaus im eklektischen Stil, das früher dem Direktor der Gesellschaft für Manufakturen "Vikula Morozov mit Söhnen" gehörte. Dieses Herrenhaus steht auf dem Grundstück, wo einst das Anwesen des Generalfeldmarschalls M. Leontjew war, nach dem die Straße benannt ist. 1884 baute der Architekt A. Kaminski hier ein schönes Haus für die Kaufmannswitwe Karataeva. Zu Beginn der 1890er Jahre erwarb es Vikula Elisejewitsch Morozov für seine Söhne Ivan und Elisej. 1895 heiratete Ivan die Ballerina des Bolschoi-Theaters Varvara Voronova, die für ihre Schönheit bekannt war.
Zur Erneuerung der Innenräume wurde der junge Architekt Fedor Shechtel eingeladen, der die eklektische Außenverzierung, die von Kaminski geschaffen wurde, bewahrte. Zentrales Element der Fassade wurde ein Maskaron eines antiken Gottes, dessen Schnurrbart von Putten gezogen wird. Von Kaminski blieb die Eingangstreppe erhalten, während Shechtel die repräsentativen Räume in verschiedenen Stilen gestaltete: ein Holzspeisesaal, ein klassischer Ballsaal und ein Rokoko-Wohnzimmer. Das Kabinett war mit Bildern von Schischkin und bronzenen Pferden geschmückt, die Ivans Morozovs Leidenschaft für Pferderennen widerspiegelten. Shechtel schuf auch einen privaten Bereich und einen Garten für die Kinder. 1905 erneuerte der Architekt A. Erichson die Treppe im Jugendstil.
Nach der Revolution befand sich hier die Botschaft Deutschlands, dann das Sowinformbüro, von wo aus während des Krieges Berichte übermittelt wurden. Nach dem Krieg nahm die Botschaft der DDR das Gebäude ein, und in den Perestroika-Jahren waren hier die Botschaft Kubas und eine Bank untergebracht, gefolgt von der VAO "Intourist" und einem Reisebüro.
Das Herrenhaus bewahrte die Innenräume, die von Kaminski, Shechtel und Erichson geschaffen wurden. Bei der Restaurierung in den Jahren 2015 und 2019 wurde besonderes Augenmerk auf die Erhaltung der historischen Elemente der Fassade gelegt. Die Ziegelmauerwerk, Gesimse, Pilaster und dekorativen Reliefs wurden wiederhergestellt, und die originale Farbe der Fassaden wurde ausgewählt. Der Flügel wurde restauriert und das Giebeldach nach Skizzen von Shechtel rekonstruiert, die bogenförmigen Nischen wurden wiederhergestellt.
Es gelang den Restauratoren, die einzigartigen Innenräume zu bewahren, die historische Raumaufteilung und die von Kaminski geplante Anordnung der Säle zurückzubringen. Der Stuckdekor und die malerischen Einlagen an Decken und Wänden wurden wiederhergestellt. Fehlende Elemente der Innenausstattung wurden nach erhaltenen Fragmenten rekonstruiert. 2019 wurde das Herrenhaus Preisträger des Wettbewerbs "Moskauer Restaurierung".
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