Fürstin Natalia Petrowna Golizyna, geborene Tschernyschowa, wurde am 17. Januar 1741 oder 1744 in Berlin geboren und starb am 20. Dezember 1837 in Sankt Petersburg. Sie war Hofdame bei fünf Kaisern, Standesdame und Ritterin des Ordens der Heiligen Katharina, den sie 1801 in zweiter und 1826 in erster Klasse erhielt.
Natalia Petrowna stammte aus der Familie des Diplomaten und Senators Graf Peter Grigorjewitsch Tschernyschow und Jekaterina Andrejewna Uschakowa. Ihre Kindheit verbrachte sie in England, wo ihre Mutter ihren Töchtern eine glänzende europäische Ausbildung gab. Sie sprachen fließend vier Sprachen, kannten aber Russisch schlecht. 1756 kehrte die Familie nach Russland zurück, und vier Jahre später zog sie nach Frankreich, wo Graf Tschernyschow Gesandter am Hof von Ludwig XV. wurde.
Die gebildete und schöne Natalia Petrowna glänzte auf Bällen in Versailles, wo sie Ludwig XV. kannte. Sie und ihre Schwestern wurden von den besten Malern ihrer Zeit porträtiert. 1762 beendete ihr Vater seine diplomatische Karriere, und die Familie kehrte nach Russland zurück.
Mit 21 Jahren wurde Natalia Petrowna eine bemerkenswerte Hofdame von Katharina II., da sie die Cousine ihres Favoriten Zachar Tschernyschow war. Für ihre Schönheit und ihr Tanztalent erhielt sie eine goldene Medaille mit dem Bild von Katharina II.
Am 30. Oktober 1766 heiratete Natalia Petrowna den Fürsten Wladimir Borisowitsch Golizyn, einen pensionierten Brigadegeneral mit angeschlagenem Gesundheitszustand. Als Fürstin lebte sie in den Anwesen ihres Vaters und ihres Mannes und kümmerte sich um die Erziehung der Kinder.
1783 reiste Golizyna mit ihrer Familie nach Frankreich, um die Kinder zu bilden und ihren Mann zu behandeln. In Paris wurde sie "Moskauer Venus" genannt. Nach sieben Jahren kehrten sie nach Russland zurück und ließen sich in Petersburg nieder, wo sie jeden Mittwoch Bälle veranstalteten.
Zeitgenossen bemerkten ihren strengen und hochmütigen Charakter. Sie war hart zu ihren Angehörigen und Kindern, selbst als diese erwachsen wurden, und nannte sie weiterhin mit Kosenamen.
In ihrer Jugend war Natalia Petrowna eine Schönheit, aber mit dem Alter bekam sie einen Schnurrbart und einen Bart, weshalb sie "Fürstin mit dem Schnurrbart" genannt wurde. Dieses Bild wurde zum Prototypen der Heldin "Die Dame mit dem Pik".
Laut einer Legende erzählte ihr Großneffe, Fürst S. G. Golizyn-Firs, Puschkin, dass er einmal beim Kartenspiel verloren hatte und um Hilfe bei Golizyna bat. Sie kannte das Geheimnis der drei Karten von Graf Saint-Germain, und er konnte sein Geld zurückgewinnen. In Petersburg wurde sie "Die Dame mit dem Pik" genannt.
Natalia Petrowna starb in Petersburg und wurde in Moskau auf dem Don-Friedhof beigesetzt. Sie hinterließ ein riesiges Vermögen, einschließlich 16.000 Leibeigenen und zahlreichen Gütern.
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