Im XIX. Jahrhundert war das Hauptgebäude Teil der städtischen Anlage der Kaufleute Matwejew. Die erste dokumentarische Erwähnung dieses Besitzes stammt aus dem späten XVIII. Jahrhundert. Laut Materialien aus dem Jahr 1796 handelte es sich um einen Hof mit Bebauung in historischen Grenzen. Der Archivplan von 1838 zeigt, dass das Grundstück dem Moskauer Kaufmann Stepan Matwejewitsch Matwejew gehörte. Die im westlichen Teil gelegene Anlage umfasste steinerne und hölzerne Gebäude, und an der östlichen Grenze grenzte ein Garten an.
Die Hauptfassade des Herrenhauses blickte auf die Gasse und war ein einstöckiges Steingebäude mit Keller und zwei hölzernen Anbauten. Daneben, an der südlichen Grenze, befand sich ein einstöckiges steinernes Nebengebäude. Im Jahr 1838 erhielt S.M. Matwejew die Genehmigung zum Bau eines hölzernen Mezzanins über dem Hauptgebäude.
Nach seinem Tod im Jahr 1873 ging die Anlage an seine Tochter, Tatjana Stepanowna Solowjowa, die sie bis 1899 besaß. Im Jahr 1876 erhielt sie die Genehmigung, das Sockelgeschoss des Hauptgebäudes mit weißem Stein zu verkleiden und den Putz mit Fensterlaibungen zu erneuern.
Im Jahr 1892 führte T.S. Solowjowa Renovierungsarbeiten mit dem Architekten S.F. Baranow durch. Nach seinem Entwurf wurden Änderungen vorgenommen: Im steinernen einstöckigen Haus mit Halbkeller und hölzernem Mezzanin wurde eine Tür aus einem Fenster gemacht und Innenrenovierungen durchgeführt, einschließlich der Reparatur von Böden, Öfen und Rahmen sowie der Erneuerung des Fassadenputzes und der Verzierung mit Stuck.
Im Jahr 1899 erwarb Alexandra Alexandrowna Butjugina, die Frau eines Kaufmanns der 1. Gilde, die Anlage. Ihre Erben lebten dort bis 1975. Die Keller wurden zur Lagerung von Gegenständen genutzt, und das Erdgeschoss wurde vermietet. Im Jahr 1908 überwachte der Architekt Iwan Sergejewitsch Kuznezow die Arbeiten, und im Jahr 1910 wurde ihm die Umgestaltung des Mezzanins anvertraut. Laut der Beschreibung von 1913-1914 hatte das Haus keine Kanalisation und Wasserversorgung.
Im Jahr 1932 wurde ein Kanalisationprojekt entwickelt. Die Etagenpläne aus dieser Zeit dokumentieren die historische Raumaufteilung des Hauses. Später gingen alle Gebäude der Anlage, außer dem Hauptgebäude, verloren.
Das erhaltene Backsteingebäude ist ein einstöckiger Bau mit Sockel und Walmdach, das zum Mezzanin mit Giebel und zwei Fenstern hinführt. Die Straßenfassade hat elf Fenster und ein einfaches Gesims. Der vertikale Rhythmus der Risalite und der rechteckigen Fenster ohne Laibungen, mit Schlusssteinen über der Mitte, schafft ein strenges Erscheinungsbild. Die Stilistik des Hauses basiert auf klassischen Formen mit ihrer Ausgewogenheit und Regelmäßigkeit, was ihm Ausdruck verleiht.
Das Gebäude wurde im Rahmen des Förderprogramms für Mietverträge "1 Rubel pro 1 qm" restauriert. Im Jahr 2019 wurden die Arbeiten zur Restaurierung und Anpassung als Mini-Hotel abgeschlossen. Das Hauptgebäude der Matwejew-Anlage wurde Preisträger des Wettbewerbs "Moskauer Restaurierung 2020" in den Kategorien für die beste Organisation von Reparatur- und Restaurierungsarbeiten und das beste Projekt zur Restaurierung und Anpassung an die moderne Nutzung.
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