Heute ist dieses Anwesen in Moskau, das als eines der besten im Empire-Stil gilt, als Museum von Leo Tolstoi bekannt. Doch der Schriftsteller hat hier nie gelebt und war auch nie hier. Möglicherweise zog das Holzhaus mit dem sechs-säuligen ionischen Portikus die Aufmerksamkeit des Gründers des Museums, Valentin Bulgakow, auf sich. Er beschrieb den Zustand des Gebäudes zu Beginn der 1920er Jahre so: „Das Haus war verwüstet und verwahrlost. Die Möbel aus den ungenutzten Zimmern waren verschwunden, es blieben nur zwei bis drei stilvolle Kronleuchter und die wunderbare alte Deckenmalerei, die man nicht mit der Hand erreichen konnte.“
Das Hauptgebäude des Anwesens wurde zwischen 1817 und 1822, vermutlich von dem Architekten A.G. Grigorjew, für den Leutnant Wassili Abramowitsch Lopuchin erbaut. Der Komplex umfasst eine weiße Steinmauer mit Toren und ein einstöckiges Nebengebäude. Nach Wassili Abramowitsch ging das Haus an seine Söhne Abram und Wladimir über und blieb dann beim älteren Bruder. A.V. Lopuchin war als Übersetzer und Dichter bekannt, 1796 schrieb er die Hymne für Moskau.
Später ging das Anwesen an E.I. Stanitskaja über und wurde 1895 von dem Architekten S.U. Solowjow umgebaut. Das Hauptgebäude hat seinen ursprünglichen Grundriss und Details bewahrt und bleibt ein charakteristisches Beispiel für den Empire-Bau in der Hauptstadt.
Das Holzgebäude mit Emporen auf einem steinernen Untergeschoss erstreckt sich entlang der Straße. Die Fenster sind mit großen Fächer-Schlössern geschmückt. Die Fassade ist mit Rustika gestaltet, die die Fenster umfasst. Der Portikus ist mit einem Fries und ionischen Kapitellen dekoriert. Im Inneren hat sich eine repräsentative Anordnung erhalten: Saal, Wohnzimmer und Schlafzimmer, die entlang der Hauptfassade angeordnet sind. Die Wohnräume mit Emporen führen zum Innenhof und sind über eine Treppe im Flur zugänglich. Die repräsentativen Räume sind mit dekorativen Gewölben und „marmorierten“ Säulen geschmückt. Die feine Stuckverzierung der Gesimse und die Malerei der Decken sind erhalten geblieben.
Im Jahr 1920 wurden die Museums Sammlungen in das Anwesen Lopuchin gebracht. Die erste Ausstellung an dem neuen Ort war dem zehnten Jahrestag des Todes von Tolstoi gewidmet.
Heute ist dies eine der wichtigsten „tolstoischen“ Adressen und ein Denkmal von bundesweiter Bedeutung.
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