In der Tschernigower Gasse sticht ein eindrucksvolles Gebäude hervor, ein zweigeschossiges Haus auf hohem Sockel. Der zentrale Teil ragt deutlich hervor, und die weißen eklektischen Fensterrahmen auf rotem Hintergrund verleihen der Fassade eine besondere Festlichkeit. Dieses Gebäude war das Hauptgebäude eines großen Anwesens.
Der erste bekannte Besitzer des Grundstücks war der Hauptmann des Preobraschenski-Regiments W. T. Rschewski, der 1710 hier Paläste errichtete, die die Grundlage des Hauptgebäudes bildeten. Das ursprüngliche Erscheinungsbild des Hauses kann an der Innenhof-Fassade gesehen werden, wo dekorative Elemente des 18. Jahrhunderts erhalten geblieben sind.
Später gehörte das Anwesen dem Kaufmann und Fabrikanten I. G. Schurawljow. In der Mitte des 18. Jahrhunderts begann er mit dem großflächigen Bau auf dem Grundstück und errichtete mehrere Dienstgebäude für Produktionszwecke und zur Lagerung von Waren. Eines dieser Gebäude, einstöckig und in Form des Buchstabens „g“, mit tiefen Kellern, ist bis heute links vom Hauptgebäude zu sehen. Im Jahr 1790 erhielt das Hauptgebäude ein drittes Geschoss und einen zentralen Risalit mit klassischem Giebel.
Von den 1840er Jahren bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gehörte das Anwesen der Kaufmannsfamilie Gratschew. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Fassade des Gebäudes erneuert: Fensterrahmen und Stuck im Stil des Neobarock mit Elementen des 20. Jahrhunderts kamen hinzu. Zu dieser Zeit befand sich in dem Gebäude das private männliche Gymnasium des Pädagogen W. D. Kasytsyn. Der Umbau zum Gymnasium erfolgte unter der Leitung des Architekten W. W. Sherwood. W. D. Kasytsyn war bekannt als Mathematiklehrer und tiefgläubiger Mensch, und sein Gymnasium wurde auch ein halbes Jahrhundert später mit Wärme in Erinnerung behalten.
In der sowjetischen Zeit befand sich im Haus eine Schule der zweiten Stufe, eine medizinische Fachschule und ein Kindergarten. In den 1980er Jahren war geplant, hier ein Museum des Künstlers A. A. Plastow zu eröffnen. Heute befindet sich in dem Gebäude die Internationale Stiftung für slawische Schrift und Kultur.
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