Dieses Haus dient seit seiner Gründung bis heute als Bildungseinrichtung, obwohl seine Geschichte nicht so einfach ist, wie es scheinen mag.
Seine Gründung begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als Madame Detouche aus der Familie Depré, eine Katholikin, beschloss, ins Kloster zu gehen und einen Teil ihres Vermögens der Kirche St. Ludwig für den Bau einer männlichen Realschule zu überlassen. Die Familie Depré war als Weinhändler bekannt und trug den Familiennamen Philippe. Madame wollte die Schule nach dem heiligen Philipp Neri benennen. In demselben Jahrzehnt spendete ein anderer Katholik, der Kaufmann Jean Villoua, Geld für den Bau einer Mädchenschule, die nach der heiligen Katharina benannt wurde.
In den Jahren 1897 und 1899 baute der Architekt O.F. Didio ein Gebäude für zwei französische Schulen. Der rechte Teil, der später gebaut wurde, war für Jungen bestimmt, während der linke, der zuerst errichtet wurde, für Mädchen war. Beide Teile sind durch einen zentralen Eingang in Form einer Bogen-Nische verbunden.
Die Mädchenschule wurde von der Volksschauspielerin V.P. Maretskaya besucht.
Nach 1917 wurden die Schulen geschlossen. In den 1930er Jahren wurde hier ein chemisch-industrielles Technikum untergebracht, dann eine vierjährige Schule und später eine Schule für arbeitende Jugendliche. Zu diesem Zeitpunkt hatte man die französischen Schulen vergessen.
In den 1990er Jahren entdeckte ein Mitarbeiter der französischen Botschaft zufällig eine vorrevolutionäre Postkarte mit dem Bild eines Backsteingebäudes und der Aufschrift: "Schule an der französischen Kirche". Diese Entdeckung war der Beginn der Wiederbelebung des französischen Erbes in dieser Straße.
1997 wurde zwischen Russland und Frankreich ein Abkommen unterzeichnet, nach dem das Gebäude für 49 Jahre an den französischen Staat vermietet wurde. Der Präsident Frankreichs, Jacques Chirac, enthüllte an dem Gebäude des zukünftigen Lyzeums eine Gedenktafel.
Die Rekonstruktion dauerte mehrere Jahre, und die Fassade wurde gemäß dem ursprünglichen Entwurf von O.F. Didio restauriert.
Im Jahr 2005 fand die feierliche Eröffnung des Lyzeums statt, das nach Alexandre Dumas benannt wurde. Heute lernen hier etwa tausend Kinder, und der Unterricht erfolgt in französischer Sprache.
Nach französischem Recht muss ein Prozent der Baukosten für Kunstgegenstände ausgegeben werden. Die Franzosen nennen dies scherzhaft "Ein-Prozent-Kunst". Das Lycée gab sein Prozent für Piraten aus: Im gesamten Gebäude, in der Lobby, in den Klassenräumen und Fluren sind Bilder von lustigen einäugigen Piraten angebracht. Was soll man sagen, die Franzosen!
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