Manchmal wiederholen Gebäude das Schicksal derjenigen, nach denen sie benannt sind. So dachte ich, als ich das Fort „Kaiser Pawel I“ sah, genauer gesagt, seine Überreste. Viele Forts in Kronstadt befinden sich in einem beklagenswerten Zustand, aber dieses ist fast vollständig zerstört. Es ist schwer zu glauben, dass es einst das größte der Kronstädter Forts war.
Das erste Holzfort an diesem Ort wurde zwischen 1807 und 1812 nach dem Entwurf des Militäringenieurs Iwan Kondratjewitsch Gerards erbaut. Es erhielt den Namen „Risbank“, was auf Deutsch „Markierung auf der Untiefe“ bedeutet.
Im Jahr 1845 begann der Umbau der „Risbank“ nach dem Entwurf des Ingenieur-Generalleutnants Wasilij Iwanowitsch Maslow. 1854 wurde das Fort auf Befehl von Kaiser Nikolai I. in „Kaiser Pawel I“ umbenannt, und der Bau wurde 1859 abgeschlossen.
Das Fort war eine kasemattierte Batterie. Zunächst wurde ein Pfahl-Rahmen-Grundlage errichtet, auf der unter Wasser eine Betonfläche gegossen wurde. Dann wurden Wände aus Ziegeln und Steinen errichtet, die mit Granit verkleidet waren.
Bald verlor das Fort jedoch seine fortifikatorische Bedeutung. 1896 wurde darin ein Marine-Untersuchungsgefängnis untergebracht, später ein Lager für Minen- und Artilleriewaffen.
Im Jahr 1919, als der Bürgerkrieg Kronstadt erreichte, ertönten hier zwei Explosionen, die das Signal für den Beginn des anti-bolschewistischen Aufstands sein sollten. Das Fort wurde schwer beschädigt, hielt jedoch stand.
Am 20. Juli 1923 erschütterte eine neue, mächtige Explosion das Fort. Der offiziellen Version nach geschah dies aufgrund unsachgemäßer Handhabung mit Feuer: Nach einem Bootstraining beschlossen die Matrosen, sich hier auszuruhen. Bei der Explosion starben fast alle, und das Fort wurde praktisch zerstört.
Später wurde auf den Trümmern des Forts „Kaiser Pawel I“ in der Sprengstofftechnik ausgebildet.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden hier drei 100-mm-Artilleriegeschütze B-24 stationiert, die an der Verteidigung des Oranienbaum-Podests teilnahmen.
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