Die Stiftung Tolstoi, eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Valley Cottage, New York, USA, wurde 1939 von Alexandra Tolstoi, der jüngsten Tochter des Schriftstellers Leo Tolstoi, gegründet. Ihr Ziel war es, russischen Emigranten zu helfen und die besten Traditionen der russischen Kunst, Geschichte und Kultur zu bewahren. Die Stiftung unterstützte Flüchtlinge, Vertriebene und Waisen und finanzierte Bildungsprogramme. Auf dem Gelände der Stiftung befindet sich die orthodoxe Kirche des Heiligen Sergius von Radonesch.
Alexandra Tolstoi setzte sich intensiv für die Gründung der Leo-Tolstoi-Stiftung ein, indem sie mit dem Internationalen Roten Kreuz, dem US-Außenministerium und dem Weltkirchenrat zusammenarbeitete. Die Stiftung wurde am 15. April 1939 offiziell im Bundesstaat New York registriert. Zu ihren Gründern und Sponsoren gehörten Igor Sikorsky, Sergei Rachmaninow, Tatjana Schaufus-Rappoport, der ehemalige Botschafter Russlands Boris Bachmetjew und der Pilot Boris Sergiewski. Der ehemalige US-Präsident Herbert Hoover wurde der erste Ehrenvorsitzende der Stiftung und blieb bis zu seinem Tod im Jahr 1964 in diesem Amt.
Im Jahr 1941 konnte die Stiftung dank eines privaten Sponsors eine 70 Hektar große Farm 30 Meilen nördlich von New York in Valley Cottage erwerben. Diese Farm wurde zu einem Umsiedlungszentrum für mehr als 30.000 Flüchtlinge und zu einem Altenheim für Emigranten. Alexandra Tolstoi und ihre Helfer entwickelten die Farm mit begrenzten Mitteln weiter.
Nach dem Krieg unterstützte die Stiftung weiterhin Vertriebene in Deutschland, half ihnen bei der Emigration in die USA und finanzierte russischsprachige Emigrantenorganisationen wie die ZOPE.
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