Der zweigeschossige Flügel in der Lopuchinsker Gasse ist ein wichtiger Teil des Anwesens Lopuchin, Stanitskaja, das zwischen 1817 und 1822 vom Architekten A.G. Grigorjew errichtet wurde. Es ist eines der besten Beispiele für den Empire-Stil in der Wohnarchitektur in Moskau. Die Gasse erhielt ihren Namen von diesem Anwesen, das eines der wohlhabendsten in der Umgebung war.
Im Jahr 1894 erwarb Jekaterina Iwanowna Stanitskaja, die Frau eines Hofrates, das Anwesen. Sie ließ den steinernen zweigeschossigen Flügel umbauen, um Wohnungen zu vermieten. Das Projekt wurde von dem Akademiker der Architektur Sergej Ustinowitsch Solowjew entworfen.
1911 verkaufte Stanitskaja das Anwesen an F.W. Tschelnokow, und 1917 ging es an Augusta Petrowna Gench-Ogluewa über. Bis in die 1970er Jahre gab es im Flügel Wohnungen, und zwischen 1978 und 1980 wurde er in ein Archivlager des Leo-Tolstoi-Museums umgebaut, das seit 1920 das Hauptgebäude des Anwesens bewohnt.
Der Flügel hat sein Aussehen nach den Umbauten von 1894 bewahrt, verbirgt jedoch innen Elemente aus dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Das Gebäude hat eine U-Form und fünf Eingänge. Die Hauptfassade zur Lopuchinsker Gasse ist symmetrisch, mit neun Fensterachsen. Der zentrale Teil ist mit einem figürlichen Attikagesims geschmückt, die seitlichen Teile mit rechteckigen Attiken und Balkonen auf massiven Konsolen. Über das gesamte Gebäude verläuft eine profilierte Geschossdecke. Die Fenster und Balkontüren im zweiten Stock sind mit Fensterrahmungen mit Schlusssteinen und Sandriken dekoriert. Unter den Fenstern befinden sich flache Brüstungen, und zwischen den Fenstern des zentralen Risalits sind profilierte Füllungen mit halbrunden Abschlüssen. Die Hauptfassade wird von einem Gesims mit Trockenbroten gekrönt.
Die Innen- und Seitenfassaden sind bescheidener, mit großen Bogenfenstern im Treppenhaus und Foyer. Die anderen Fenster sind rechteckig mit Fensterbankprofilen. Bei der Umgestaltung zum Archivlager wurden einige Fenster im Erdgeschoss zugemauert.
Im Inneren des Gebäudes gibt es ein Flursystem. Im Keller, im Vestibül und im Foyer des ersten Stocks sind zylindrische und Kreuzgewölbe erhalten geblieben. Im Vestibül befindet sich ein Ofen aus dem späten 19. Jahrhundert. Es sind zwei Treppen erhalten: eine steinerne Haupttreppe und eine aus Stahlbeton auf metallischen, verputzten Stufen.
In den Innenräumen der ersten und zweiten Etage sind Holztüren mit Füllungen erhalten geblieben.
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