Die kleine deutsche Stadt Baden-Baden zieht weiterhin russische Touristen an und bleibt ein interessantes Ziel. Besonders bemerkenswert ist die Geschichte, die mit dem großen russischen Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski und dem deutschen Casino im Kurhaus verbunden ist. Im Jahr 1867 verbrachte Dostojewski dort fünf Wochen, in dem Versuch, beim Roulette zu gewinnen.
Im Juni 1867, auf dem Weg in die Schweiz, schlug Fjodor Michailowitsch seiner Frau Anna Grigorjewna vor, für zwei Wochen in Baden-Baden Halt zu machen. Er sprach so überzeugend über die Möglichkeit, im Casino zu gewinnen, und brachte zahlreiche Beispiele und Argumente, dass Anna zustimmte. Doch seine Spielstrategie brachte keinen Erfolg.
Anna Dostojewska erinnerte sich, dass Fjodor Michailowitschs Überlegungen zum Gewinn durchaus logisch waren und funktionieren könnten, wenn sie von jemandem mit mehr Gelassenheit, wie einem Engländer oder Deutschen, angewendet würden. Aber Dostojewski war ein zu emotionaler und extrem neigender Mensch. Jeden Tag ging er mit der Hoffnung auf Gewinn ins Casino, kam aber mit leeren Händen zurück. Das Spiel brachte ihn an die Erschöpfungsgrenze und zu Anfällen. „Am schlimmsten war, dass ich immer bis zur Grenze ging und darüber hinaus“, schrieb er. Letztendlich verlor er nicht nur das Geld für die Rückkehr nach Russland, sondern auch die eingetauschten Uhren, Eheringe und das Kleid seiner Frau.
Das 1824 von dem Architekten Friedrich Weinbrenner erbaute Kurhaus, in dem Dostojewski Roulette spielte, ist bis heute erhalten. Das Casino-Gebäude erinnert an die Residenzen französischer Könige, besonders beeindruckt die Innenausstattung mit weißem Marmor, luxuriösen Kaminen, Kristalllüstern, Skulpturen und riesigen Gemälden. Der Spielsaal befindet sich im rechten Teil des Gebäudes, während sich im linken Teil ein Restaurant befindet. Das Casino umfasst mehrere thematische Säle, der größte und luxuriöseste von ihnen, der „Florentinische“, ist für tausend Personen ausgelegt.
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