Eliсabeth Böhm hat nie große Bilder geschaffen, wie Repin, Shishkin oder Aivazovsky, und gehörte keiner Gruppe von Wanderkünstlern an, aber trotz alledem erlangte sie enorme Anerkennung in Russland und galt als eine der besten Künstlerinnen des Imperiums. Die Kindheit von Elisabeth Merkurjewna verbrachte sie im Dorf Shchepcovo im Bezirk Poshekhonye der Provinz Jaroslawl, wo sie eine Liebe zur russischen Dorfkultur entwickelte. Nach dem Abschluss der Zeichenschule in St. Petersburg begann Böhm ihre Karriere mit Illustrationen zu den Werken von Nekrasov, in denen sie Szenen aus dem bäuerlichen Leben darstellte, das sie gut kannte. Ihre Arbeiten waren so erfolgreich, dass sie eingeladen wurde, Werke von Tolstoi und Leskov zu gestalten. Sie veröffentlichte auch ihre Arbeiten in der berühmten Zeitschrift "Niva".
Der wahre Ruhm kam zu ihr, als sie begann, Zeichnungen für Glaswaren zu erstellen. 1893 war die Weltausstellung in Chicago geplant, und Russland bereitete seinen Pavillon vor. Doch die Leitung der russischen Delegation wusste nicht, wie man die einzigartigen Glaswaren am besten präsentieren sollte. Da wandten sie sich an Elisabeth Merkurjewna. Sie überlegte lange, wie man die zerbrechlichen Produkte am besten präsentieren könnte, und entschied sich schließlich, das Glas im traditionellen russischen Dorfstil zu bemalen. Auf Flaschen, Gläsern, Bechern und Krügen erschienen alte slawische Muster, Schneeflocken, Darstellungen von Zmey Gorynych und Helden. Das Design erwies sich als Meisterwerk. Die Künstlerin ging mit Humor an ihre Arbeit heran und signierte einige Produkte originell: "Tee, Kaffee nicht nach meinem Geschmack, wäre Wodka am Morgen", "Aus Freude getrunken, aus Kummer nachgeschenkt", "Hallo Gläser, wie geht es euch, habt ihr auf mich gewartet?". Für ihre Arbeiten erhielt sie später eine Goldmedaille auf den Weltausstellungen.
Ihre Zeichnungen wurden auch von Kindern geliebt. Besonders auffällig waren die festlichen Postkarten, auf denen Kinder abgebildet waren, die mit Schlitten fuhren, einen großen Weihnachtsbaum nach Hause zogen, Osterkuchen backten und vieles mehr. Übrigens wurden die ersten farbigen ABC-Bücher für Kleinkinder in Russland mit Illustrationen von Elisabeth Böhm gestaltet.
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