In 4 Kilometern von der Stadt Alexin in der Region Tula verstecken sich majestätische Bauwerke: ein alter zweigeschossiger Anbau für das Personal und ein riesiges Schloss mit Turm und Uhren im gotischen Stil. Eine düstere Allee mit nach unten geneigten Bäumen führt zu diesem heute verlassenen Ort. So sieht das Dorf Kolosow aus. Doch vor fast 200 Jahren war dies ein erstaunlich schöner Ort, über den gesagt wurde, dass er "in vollem Glanz der Raffinesse" eingerichtet sei.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte das Dorf Kolosow dem Kammerjunkern des Kaiserlichen Hofes Dmitri Tschertkow. Am besten erzählt eine Zeitzeugin dieser Tage, die Adelige Jekaterina Sabaneewa, wie das Dorf damals aussah: "Der Balkon stellte eine Rotunde mit Kolonnade unter einer Kuppel dar. Wir saßen oft im Sommer nach dem späten Mittagessen auf diesem Balkon und bewunderten die Oka. Sie breitete sich unten im dichten Park aus, und das gegenüberliegende Ufer des Flusses stellte eine Ebene grüner Wiesen dar; in der Ferne am Horizont, beleuchtet von der Dämmerung, im rosafarbenen Licht der letzten Strahlen, war die hübsche Kreisstadt Alexin der Tula-Gouvernement zu sehen, wie auf einer Handfläche."
Im Jahr 1890 erwarb das Anwesen ein Mitglied des Russischen Monarchistischen Bundes, Klawdij Paschalow. Er führte eine echte Renovierung durch: Anstelle des alten Anwesens errichtete er einen beeindruckenden Palast im gotischen Stil, dessen Schmuck die Kolosower Uhren wurden. Leider hat die Zeit sie nicht verschont, obwohl sie einst die Zeit genau maß. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Zugang nach Alexin über den Fluss, und auf dem Fluss verkehrten ständig Dampfschiffe von Serpuchow nach Kaluga und Orel. Es ist nicht verwunderlich, dass Paschalow besonderen Wert auf die Fassade legte, die zur "Straße" zeigte, um sofort Eindruck zu hinterlassen. Für die Kutschen der Gäste gab es einen separaten Eingang, und der Weg wurde in der Dunkelheit mit Laternen beleuchtet. Nach der Tradition dieser Zeit wurde in der Nähe ein Park angelegt, Teiche gegraben und ein Gewächshaus mit exotischen Blumen eingerichtet. Im Jahr 1917 wurde das Anwesen geplündert, und später wurde dort eine landwirtschaftliche Schule untergebracht. Der Herren-Anbau wird bis heute als Wohnraum genutzt.
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