Der Tatianatag ist der Tag der russischen Studierenden, ein Gedenktag in Russland sowie ein Tag im orthodoxen und volkstümlichen Kalender. Der Name des Festes ist mit der frühchristlichen Märtyrerin Tatiana von Rom verbunden, deren Gedenken in der Orthodoxen Kirche am 25. Januar gefeiert wird.
Nachdem die Kaiserin Elisabeth Petrowna 1755 das Dekret zur Gründung der Moskauer Universität unterzeichnet hatte, wurde der "Tatianatag" zunächst als Geburtstag der Universität gefeiert und später auch als Fest des russischen Studierenden.
Später wurde in einem der Flügel des alten Universitätsgebäudes die Hauskirche der heiligen Märtyrerin Tatiana gegründet, und sie wurde zur Schutzpatronin aller russischen Studierenden erklärt.
Das Fest wurde 1850 offiziell eingeführt. Ursprünglich feierten nur die Studierenden der Moskauer Universität diesen Tag, aber im Laufe der Zeit verbreitete es sich auch auf andere Bildungseinrichtungen.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts verwandelte sich der Tatianatag von einem Fest der Studierenden und Professoren der Moskauer Universität in ein Fest der russischen Intelligenz.
In der Russischen Empire war die Feier des Studententages laut und fröhlich. Ursprünglich wurde er nur in Moskau gefeiert, aber fast die gesamte Stadt nahm daran teil. Das Fest begann mit einem Gottesdienst in der Universitätskirche, gefolgt von offiziellen Zeremonien im Universitätsgebäude in Anwesenheit von Ehrengästen. Der Großherzog Sergei Alexandrowitsch und seine Frau Elisabeth Fjodorowna besuchten diese Veranstaltung jährlich bis zu ihrem Tod.
Nach der Oktoberrevolution wurde der Tatianatag fast vergessen. Doch nach der Eröffnung der Kirche zu Ehren der Märtyrerin Tatiana an der Moskauer Universität im Jahr 1995 lebte das Fest wieder auf. Seit 2005 wird der 25. Januar in Russland als "Tag der russischen Studierenden" gefeiert. Herzlichen Glückwunsch an alle Tatianas zum Namenstag!
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