Das Haus wurde 1820 von Pelageja Wasiljewna Ketscher, der Frau des eingebürgerten Schweden und Eigentümers einer chirurgischen Instrumentenfabrik, Christophor Jakowlewitsch Ketscher, errichtet. Ihr Sohn, Nikolai Christophorowitsch Ketscher, wurde durch Übersetzungen von Werken Shakespeares berühmt.
Zuvor gehörte das Grundstück an der Alten Basmanstraße den Chomutows, deren Haus im Moskauer Brand von 1812 niederbrannte. 1819 verkauften sie es an die Ketschers.
Auf dem Grundstück wurde ein einstöckiges Holzhaus mit Emporen gebaut. Im Hof befanden sich ein Wohnflügel mit Stall, eine Kutsche und ein Keller. Das Haus war von einem Garten umgeben. Der Block war mit Brettern verkleidet und verputzt, und die Fassade erinnerte an klassizistische Steingebäude mit Säulen und Stuck.
1824 mietete der Dichter Wasilij Lwowitsch Puschkin, der Onkel von Alexander Puschkin, das Haus. Wasilij Lwowitsch war eine bekannte Figur in Moskau und nahm aktiv am Leben der Stadt teil. In seinem einladenden Haus verkehrten Dichter und Schriftsteller wie Peter Wjasemskij, Denis Dawydow, Adam Mickiewicz und andere. Er pflegte freundschaftliche Beziehungen zu N.M. Karamzin, W.A. Schukowski und K.N. Batjuschkow.
Im Zentralen historischen Archiv Moskaus befindet sich ein Dokument über die Anmietung des Hauses durch Wasilij Lwowitsch Puschkin. Darin wird angegeben, dass er das Haus für ein Jahr ab dem 1. September 1824 für zweitausend Rubel mietete. Puschkin verpflichtete sich, das Haus sauber und in gutem Zustand zu halten und im Falle eines Brandes den Schaden zu ersetzen.
Der Mietvertrag wurde verlängert, und die Familie Puschkin wohnte bis 1827 in dem Haus. Alexander Puschkin besuchte seinen Onkel erstmals am 8. September 1826 nach einem Treffen mit Kaiser Nikolaus I. Er besuchte Wasilij Lwowitsch oft und nannte ihn „Parnassus-Vater“.
P.W. Ketscher verkaufte das Haus 1828 an Elisabeth Karlowna Zenker, danach wechselte es mehrmals den Besitzer. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Fassade des Hauses renoviert, und in der Sowjetzeit wurde das Gebäude repariert. Hier befanden sich Wohnkommunen und verschiedene Einrichtungen.
1962 wurde an der Fassade eine Gedenktafel angebracht, die über die Besuche von Alexander Puschkin informiert. 1974 wurde das Haus unter staatlichen Schutz gestellt.
1998 wurde ein Beschluss zur Erhaltung des Hauses und zur Schaffung einer Filiale des Staatlichen A.S. Puschkin Museums gefasst. Das Haus wurde zur Rekonstruktion geschlossen, und von 2012 bis 2013 fand eine umfassende Restaurierung statt. Die Innenräume und die Planung des 19. Jahrhunderts wurden wiederhergestellt, und das Erscheinungsbild der Fassaden blieb erhalten.
Im Untergeschoss befinden sich ein Vestibül, eine Garderobe, eine Kasse und ein Ausstellungsraum. Im ersten Stock wurde das Parkett wiederhergestellt, die Wände und Decken wurden restauriert. Das Gebäude ist mit modernen Systemen ausgestattet und für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.
2013 wurde das Haus Preisträger des Wettbewerbs für das beste Projekt im Bereich des Erhalts von Kulturerbeobjekten. Das Museum von Wasilij Lwowitsch Puschkin wurde am 6. Juni 2013 als Filiale des Staatlichen A.S. Puschkin Museums eröffnet.
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