Als das Schicksal die Familie Gumiljow und Achmatowa in die Region Bezhetsk führte, wurde dies zu einem bedeutenden Lebensabschnitt für sie. Hier, im Bezhetsker Land, waren sie eine echte Familie: Vater, Mutter und Sohn. Jeder von ihnen hinterließ einen bedeutenden Fußabdruck in der russischen Kultur und Wissenschaft, indem er seinen einzigartigen Weg ging.
Im Dorf Gradnizy im Bezhetsker Bezirk ist das Haus erhalten geblieben, in dem von 1911 bis 1917 Anna Achmatowa und Nikolai Gumiljow lebten und arbeiteten. Achmatowa beschrieb in ihrer Autobiografie das Dorf Slepnjewo, das 15 Werst von Bezhetsk entfernt liegt, als keinen malerischen Ort. Genau hierher begann sie nach ihrer Heirat mit Nikolai Stepanowitsch Gumiljow zu kommen.
Slepnjewo, das 7 km nordöstlich von Gradnizy lag, war der Besitz der Adelsfamilie Ljwows. Anna Iwanowna Gumiljowa (Ljwow), die Mutter von Nikolai Gumiljow, war Mitbesitzerin des Anwesens. Gumiljow kam seit 1908 hierher, und von 1911 bis 1917 verbrachte seine Frau, die Dichterin Anna Achmatowa, jeden Sommer hier.
Im Jahr 1935 brannte in Gradnizy die Schule ab, und das Herrenhaus von Slepnjewo wurde abgerissen, nach Gradnizy transportiert und wieder aufgebaut, um eine Schule zu eröffnen. Das Dorf Slepnjewo verwüstete und verschwand in den 1960er Jahren. Die Schule im Herrenhaus arbeitete über ein halbes Jahrhundert und wurde 1987 in ein neues Gebäude verlegt.
Das Gedenkhaus wurde frei, und im Juni 1989, dem von der UNESCO zum Jahr Achmatowas erklärten Jahr zu ihrem 100. Geburtstag, wurde in vier Sälen des Mezzanins eine Museumsausstellung eröffnet.
Anna Achmatowa gefiel dieser Ort zunächst nicht. Das Landleben erschien ihr langweilig und eintönig, und anfangs gewöhnte sie sich nur schwer an den dörflichen Alltag, den sie als "Qual in der Gefangenschaft" empfand. Doch mit der Zeit verliebte sie sich in Slepnjewo und nannte das Twerer Land ihre zweite Heimat.
Das Haus hat zwei Etagen und mehrere Zimmer mit der Einrichtung jener Zeit. Hier sind einige Dinge von Achmatowa versammelt. Im Abschnitt, der Nikolai Gumiljow gewidmet ist, spiegelt sich sein helles und tragisches Schicksal als herausragender Dichter des Silbernen Zeitalters wider. Am 3. August 1921 wurde er unter dem Verdacht des Komplotts verhaftet, und am 24. August wurde er erschossen.
Das Schicksal ihres Sohnes, Lew Nikolajewitsch, war ebenfalls nicht einfach: Er wurde dreimal verurteilt. Das Museum ist auf jeden Fall einen Besuch wert, und für die Fans von Achmatowa und Gumiljow sollte das Haus der Dichter ein fester Punkt auf der Route durch die Region Bezhetsk sein.
Neben dem Haus der Dichter befinden sich die Ruinen der Dreifaltigkeitskirche, die zwischen 1782 und 1804 erbaut wurde.
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