Das Haus mit der Nummer 22, gelegen an der Kreuzung von Bolschaja Ordynka, Bolschaja Tolmatschewskaja Gasse und Ordynskiy Tupik, wirkt von außen bescheiden, ohne auffällige Verzierungen. An der Fassade stechen nur die Bogenfenster im zweiten Stock, der Eingangsark und die Risalite hervor. Doch die Wände dieses Gebäudes bergen eine reiche Geschichte.
Die erste Erwähnung des Hauses stammt aus dem Jahr 1817, als es der Titularrätin F.S. Postnikova gehörte. 1858 kaufte es der Regierungssekretär D.L. Alexandrov, und zehn Jahre später verkaufte er es David Ivanovich Kludov, einem Vertreter des bekannten Kaufmannsgeschlechts und Mitbegründer der Egorievskaja Papierfabrik. David Ivanovich engagierte sich aktiv in der Wohltätigkeit und unterstützte Kirchen und Klöster. Er schenkte sein Haus an der Bolschaja Ordynka der "Moskauer Eparchialschule für Ikonenmalerei und Handwerke, die mit der Ausschmückung von Kirchen zu tun haben". Von diesem Moment an diente das Gebäude Bildungszwecken. Die Schule nutzte es nicht vollständig, ein Teil wurde vermietet, und die Einnahmen flossen in die Entwicklung der Bildung.
1877 wurde beschlossen, das ehemalige Haus der Kludovs zu erweitern, und anstelle der Holzgebäude entstand nach dem Entwurf des Architekten N.I. Nikitin ein neuer Steinbau mit Emporen und einem nicht bewohnbaren Keller, dessen Fassade zur Ordynskiy Tupik zeigte.
In den Mitte der 1880er Jahre, aufgrund von Problemen im Unterrichtsprozess, wurde die Schule in die Dreifaltigkeits-Sergius-Lavra verlegt. Das Haus an der Bolschaja Ordynka wurde bald von der Mariinsky Eparchialen Mädchenschule besetzt, deren Ziel es war, würdige Frauen für Priester zu erziehen. Für ihre Bedürfnisse wurde das Gebäude erneut umgebaut, und 1886 wurde im östlichen Teil des oberen Stocks eine Kirche zu Ehren der Einführung in den Tempel der Heiligen Gottesmutter geweiht.
Nach der Revolution von 1917 wurde im Haus eine Arbeiterfakultät eröffnet, die Arbeiter und Bauern für die Hochschule vorbereitete. Die Hauskirche der ehemaligen Mariinsky Schule wurde umgebaut.
In den 1930er Jahren wurde im Gebäude an der Bolschaja Ordynka das Moskauer Metallurgische Technikum untergebracht, das Fachkräfte für das Werk "Scherp und Hammer" nach der Produktionssteigerung ausbildete. 1960 wurde es zum Moskauer Technikum für Automatik und Telemechanik.
Seit 1991 befindet sich in dem Gebäude der Interstaatliche Luftfahrtkomitee, das sich mit der Zertifizierung von Luftfahrzeugen, Flughäfen und Fluggesellschaften sowie mit der Untersuchung von Vorfällen im Luftverkehr beschäftigt.
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