In jeder Stadt gibt es architektonische Juwelen, und Ischewsk ist da keine Ausnahme. Eines seiner Symbole ist das alte Herrenhaus in der Sivkova-Straße 180, das als das älteste Gebäude der Stadt gilt. Es wurde 1807 erbaut und gehörte dem Protopresbyter Zacharij Osijewitsch Ljatuschewitsch, dessen Porträt leider nicht erhalten geblieben ist.
Das Gebäude im klassizistischen Stil wurde vom ischewsker Architekten Semjon Dudin entworfen. Seine Hauptfassade zeichnet sich durch einen halbrunden Vorsprung und ein Mezzanin mit Balkon aus. Klassische Elemente wie profilierte Gesimse und das Fries des Giebels verleihen dem Herrenhaus das charakteristische Erscheinungsbild der russischen klassischen Architektur des 19. Jahrhunderts. In diesem Haus lebte Ljatuschewitsch und empfing hochrangige Gäste, darunter den Gründer des ischewsker Waffenwerks Andrej Derjabin und den Erfinder Lew Sabakin. Es gibt Gerüchte, dass auch der Vater von Tschaikowski, Ilja Petrowitsch, hier zu Gast war.
Zacharij Osijewitsch war ein Mensch mit außergewöhnlichen intellektuellen Fähigkeiten. Er entwickelte verschiedene Mechanismen für das lokale Waffenwerk und gründete 1810 einen Apothekergarten neben dem Haus, in dem Heilkräuter angebaut wurden, und legte damit den Grundstein für die Pharmakologie in der Region. Ljatuschewitsch unterrichtete auch Geschichte, Biologie, Geometrie und Mechanik in Schulen.
Interessant ist, dass er der Entwicklung chemischer Waffen vorausging. Während des Vaterländischen Krieges von 1812 schlug Zacharij Osijewitsch Graf Wittgenstein vor, gegen die Grande Armée Schwefel- und Salpetersäure einzusetzen, indem man sie mit langen Spritzen versprühte. Er schrieb, dass diese Flüssigkeiten nicht nur Gesicht und Hände, sondern auch Kleidung sofort verbrennen und unerträgliche Schmerzen verursachen.
Nach dem Tod von Ljatuschewitsch wurde das Herrenhaus von der Regierung aufgekauft. Im Laufe der Jahrhunderte beherbergte es eine Apotheke, eine Bank, ein Lazarett und verschiedene staatliche Einrichtungen. In den 90er Jahren begann das Gebäude zu verfallen, aber glücklicherweise wandten sich die lokalen Behörden ihm zu, und heute ist es bereits restauriert.
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