Gavriil Tarasov, ein Kaufmann aus Jekaterinodar, verdiente sein Kapital zunächst mit dem Verkauf von Watte und wechselte dann in das Ölgeschäft, das ihm erheblichen Reichtum einbrachte. Mit jedem Jahr liefen seine Geschäfte erfolgreicher, und er musste immer häufiger nach Moskau reisen. Schließlich beschloss Tarasov, dauerhaft in die Hauptstadt zu ziehen, und beauftragte den Architekten Ivan Zholtovsky, sein zukünftiges Haus zu entwerfen.
Zholtovsky, inspiriert von der italienischen Renaissance, strebte danach, deren Elemente in das neue Gebäude zu integrieren. So entstand in Spiridonovka ein beeindruckender "mediterraner" Palast. Die Atmosphäre der Renaissance wurde durch die Reihen von Sälen mit riesigen Fresken geschaffen, im Innenhof wurde ein Brunnen mit Seepferdchen aufgestellt, und mehrere Künstler malten die Decken. Dieser luxuriöse Palast wurde schnell zu einer Sehenswürdigkeit des gesamten Viertels.
Doch Gavriil Tarasov gelang es nicht, das Leben in seinem neuen Haus zu genießen; er starb 1911, kurz vor der Fertigstellung des Bauwerks. Das Haus ging an seine Söhne über, doch ihr Leben in Spiridonovka verlief nicht gut: Es schien, als wäre das Haus einem bösen Schicksal unterworfen. Die Moskauer Behörden stellten den Erben eine enorme Erbschaftssteuer in Rechnung, begründeten dies mit dem Reichtum der Innenausstattung des Palastes. Die Söhne versuchten, den Betrag zu senken, indem sie behaupteten, es sei kein Palast, sondern die Dekorelemente lediglich eine budgetäre Nachahmung der Renaissance. Doch die Behörden blieben unnachgiebig und wiesen ihre Argumente vor Gericht zurück.
Die Rechtsstreitigkeiten dauerten fast bis zur Oktoberrevolution, nach der die Nationalisierung schnell alle Streitigkeiten über Immobilien klärte. Das Haus der Tarasovs fiel in die Zuständigkeit des Obersten Gerichtshofs der Sowjetunion. Erstaunlicherweise verschwand der Stamm der Tarasovs jedoch nicht. In der Perestroika berichtete das Programm "Vzglyad" dem ganzen Land über den ersten legalen Millionär der UdSSR, Artyom Tarasov, der väterlicherseits ein Nachkomme von Gavriil Tarasov war.
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