← Zum Feed · Karte

Das Haus des Kaufmanns Filippow in Stariza, hier tanzte Puschkin im Walzertakt

Фото 1
Das zweigeschossige Herrenhaus im Zentrum von Stariza zieht mit seiner Leichtigkeit und Eleganz der architektonischen Linien die Aufmerksamkeit auf sich. In der Vergangenheit brodelte hier das gesellschaftliche Leben: reiche Kaufleute und lokale Adelige veranstalteten Bälle, zu denen prominente Gäste aus der Hauptstadt kamen. Eine Einladung zu solchen Veranstaltungen galt als große Ehre. Sogar Alexander Puschkin tanzte hier auf dem Parkett, das bereits zweihundert Jahre alt ist. Das Haus gehörte dem Kaufmann Filippow, und das Projekt wurde vom berühmten Karl Rossi entworfen. Das Parkett bedarf bis heute keiner Restaurierung.

Stariza, eine der ältesten Städte Russlands, wurde 1297 gegründet. Auf ihrem Gebiet sind zahlreiche vorrevolutionäre Sehenswürdigkeiten erhalten geblieben. Neben dem Heilig-Uspenski-Männerkloster, Kirchen, Kathedralen und Herrenhäusern zieht das Herrenhaus, das Ende des 19. Jahrhunderts für die Sitzungen des Zemstvo erbaut wurde, sowie die einzigartige Apothekerstraße, die an eine Treppe erinnert, das Interesse auf sich.

Das Steinhaus in der Lenin-Straße 18, mit einem Bel étage über dem Dach und einem Balkon, der von einem schmiedeeisernen Gitter umgeben ist, wirkt ordentlich und solide. Es ist maßvoll und lakonisch, die Halbsäulen zwischen den Fenstern verleihen ihm Schlankheit und Eleganz, während der weiße "Stariza-Marmor" festlich wirkt.

"Stariza-Marmor" ist ein Kalkstein, der in den lokalen Steinbrüchen abgebaut wird. Er ist in Zentralrussland weit bekannt und wurde im Bau verwendet. An den Abbaustellen entstanden lange Höhlen, in denen man jahrelang umherwandern kann.

Der Kaufmann erster Gilde Filippow, Eigentümer des Hauses, hatte mehrere Häuser und vermietete dieses an Adelsfamilien. Karl Rossi baute zu Beginn des 19. Jahrhunderts das bei einem Brand zerstörte Twer im klassischen Stil um und schuf architektonische Vorbilder für russische Städte. Das Gebäude wurde nach einem solchen Projekt errichtet und wurde anschließend mehrmals umgebaut. Allerdings sind zahlreiche Anbauten, Ställe, Dienstgebäude und Scheunen bis heute nicht erhalten geblieben.

Die Innenräume des Gebäudes beeindrucken noch mehr als sein äußeres Erscheinungsbild. Eine Treppe mit Holzschnitzereien führt in das "Rosenzimmer" und den Ballsaal. Über die Wendeltreppe gelangt man in das Schlafzimmer, das Kinderzimmer sowie in einen großen Raum mit Balkon.

Der Tanzsaal ist geräumig, gemütlich und harmonisch, obwohl er nicht mit Luxus ausgestattet ist. An den Fenstern hängen stilvolle Vorhänge. Die Heizung erfolgt über Rohre von den Öfen, deren bronzene Klappen Kunstwerke sind. Die Öfen selbst sind nicht erhalten geblieben. Auch die Kristalllüster in den Stuckrosetten sind prächtig.

Wahrscheinlich hat Alexander Sergejewitsch das Haus Filippows nicht einmal besucht. Die lokalen Schönheiten haben ihn lange in Erinnerung behalten, wie auch er sie. Zu einer Zeit mietete Praskowja Alexandrowna Osipowa-Wulf mit ihren Kindern das Herrenhaus. Der Dichter pflegte gute Beziehungen zu dieser Familie und hielt sich oft in ihrem starizischen Anwesen Malinniki auf. Anja Wulf widmete er das Gedicht "Wintermorgen".

Während der Restaurierung des Hauses Filippow fand man im Bauabfall einen Brief von Alexei Wulf, dem Sohn von Praskowja Alexandrowna, doch bald verschwand er. Hier begegnet man oft dem Mystischen. Lokale Heimatforscher hoffen, einen geheimen Gang unter dem Heilig-Uspenski-Kloster oder sogar die verschwundene Bibliothek von Iwan dem Schrecklichen zu entdecken, der im 16. Jahrhundert im Stariza-Kreml lebte.

In den 1990er Jahren wurde das Haus restauriert und dem Zentrum für russische Kultur übergeben. Heute fungiert es als Museum. Im Gebäude finden Kunstausstellungen, Sitzungen des Dichterclubs, Konferenzen, kreative Treffen und Hochzeitszeremonien statt.

Während der Führungen veranstalten die Mitarbeiter ein echtes Schauspiel. Die Reiseleiterin im Ballkleid erzählt von den alten Bällen und dem Ball-Etikette, Spielen und Vergnügungen jener Zeit. Der Tanzlehrer demonstriert die Grundschritte. All dies organisiert die Moskauer Historische Gesellschaft "Ball im russischen Herrenhaus". Auch Sie können versuchen, in die Rolle einer historischen Figur zu schlüpfen und sich im Walzertakt über das alte Parkett zu drehen.

Geo-Punkt

Дом купца Филиппова в Старице, здесь кружился в вальсе Пушкин

Kommentare