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Dostojewskis Haus in Florenz und seine Lieblingsrouten

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Im Jahr 1868 kamen die Eheleute Dostojewski nach Florenz, acht Monate nach dem tragischen Verlust ihrer drei Monate alten Tochter. Fjodor Michailowitsch war bereits 1862 hier gewesen und verglich nun seine Eindrücke: "Florenz ist lauter und überfüllter geworden, auf den Straßen herrscht Gedränge, das Leben ist teurer geworden, aber immer noch günstiger als in Petersburg."

Sie wohnten in einer kleinen Wohnung nahe der Piazza Pitti, wo sie im Winter froren wie "Mäuse im Keller". Doch es gab keine Zeit für Klagen. Fjodor Michailowitsch arbeitete an der Vollendung des Romans "Der Idiot" und war verpflichtet, monatlich eine bestimmte Anzahl von Seiten abzuliefern. Er hoffte, dass der Erfolg des Buches ihm die Rückkehr nach Russland ermöglichen würde, aber die Kritiker nahmen den Roman gemischt auf.

In der Zwischenzeit erwartete Anna Grigorjewna erneut ein Kind. Dies beeinflusste ihren Tagesablauf: Sie spazierten täglich in den Boboli-Gärten, genossen die winterliche Blüte der Rosen und besuchten Fjodor Michailowitschs Lieblingsorte, wie die Kirche Santa Maria del Fiore und das Baptisterium. Dostojewski hielt immer vor den bronzenen Türen an und träumte davon, eines Tages Fotos in Lebensgröße davon zu kaufen.

Fjodor Michailowitsch besuchte oft die Bibliothek im Palazzo Buondelmonti, wo frische Zeitungen in verschiedenen Sprachen auslagen. In den Archiven sind Aufzeichnungen mit seiner Unterschrift erhalten geblieben.

Zur Geburt planten die Eheleute, nach Prag zu ziehen, in Erwartung von Geld aus Petersburg. Um zu sparen, zogen sie in bescheidenere Unterkünfte, mussten diese jedoch wegen der Hitze und des Lärms verlassen. Mitte August reisten sie nach Prag, fanden jedoch keine Wohnung und zogen nach Dresden, wo am 14. September 1869 ihre Tochter Liubov geboren wurde.

Seit Dostojewski sich über den nächtlichen Lärm beschwerte, hat sich in Florenz wenig geändert. Hier zu schlafen ist nach wie vor schwierig, und Wohnungen mit Fenstern zum Innenhof sind teuer.

Am Piazza Pitti, im Haus Nr. 22, wo eine Gedenktafel hängt, befindet sich seit 1856 das Geschäft Giannini. Möglicherweise kaufte Dostojewski hier Schreibwaren.

Beim Beschreiben des Brunnens übertrieb der Schriftsteller ein wenig: Er ist aus grauem Sandstein und nicht aus Granit, und das "Schweinchen" ist nicht riesig, sondern in Lebensgröße, aus dessen Maul das Wasser eher tropft.

Dostojewskis Lieblingsorte in Florenz befinden sich auf beliebten Touristenrouten. Von allen Kunstwerken hob er besonders das Gemälde von Raphael "Die Madonna im Sessel" hervor, das in der Palatinischen Galerie des Palazzo Pitti zu sehen ist. Zu Ehren des Schriftstellers benannten die Florentiner eine Allee im Park Cascine nach ihm.

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