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Dolgurokov Ivan Michailowitsch

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Alle haben von den Abenteuern des italienischen Casanova gehört, aber nur wenige wissen, dass es auch in Russland einen Verführer, Dichter und Theatermann namens Ivan Michailowitsch Dolgurokov gab. Er lebte nach dem Prinzip: "Wenn ich nicht spiele, bin ich verliebt, wenn ich nicht verliebt bin, spiele ich." Zeitgenossen beschrieben ihn als einen Menschen, der nicht durch außergewöhnliches Aussehen auffiel, aber über einen unglaublichen Charme verfügte und bei Frauen großen Erfolg hatte.

Zum Beispiel versuchte die Frau eines Strafrichters, die auffällige Brünetten mit üppigen Formen namens Fedosja Polotschaninowa, ihn zu erobern. Sie verfolgte den Prinzen hartnäckig und deutete offen auf intime Beziehungen hin. Zunächst machte Ivan Scherze und beschränkte sich auf unschuldige Küsse, aber bald kursierten in aristokratischen Kreisen Gerüchte, dass Fedosja doch ihr Ziel erreicht hatte.

Eine weitere Romanze begann bei Ivan mit der Tochter eines Beamten, Polina Redkina. Eines Tages sollten sie gemeinsam zu einem Ball fahren. Die Straßen waren damals schlecht, und um seine Begleiterin nicht zu schütteln, befahl Ivan dem Kutscher, langsam zu fahren. Als sie allein in der geschlossenen Kutsche waren, ging er schnell zu Küssen über. In seinen Erinnerungen schrieb er, dass sie beide von Leidenschaft ergriffen waren und sich viel erlaubten. Sie kamen mit merklich zerknitterter Kleidung zum Ball, aber das Publikum, das von Champagner und Tänzen begeistert war, bemerkte es nicht. Nach dem Ende des Abends zogen sie sich wieder in die Kutsche zurück.

Doch für seine Liebesabenteuer musste Ivan bezahlen. Als der beleidigte Ehemann von der Untreue seiner Frau erfuhr, lauerte er dem Dichter auf und schlug ihn brutal am Eingang zur Staatskammer. Danach reichte Ivan eine Beschwerde bei Katharina II. ein. Der Fall wurde vor Gericht verhandelt, und ihre Liebesbriefe wurden öffentlich. Letztendlich wurde der Dichter nach Moskau ins Salzamt versetzt.

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