Eines der bemerkenswerten vorrevolutionären Gebäude in der Schaumyan-Straße, früher bekannt als Dmitrievskaya, ist das Einkommenshaus von Michail Kulakow, das eine reiche Geschichte besitzt. Heute ist es schwierig festzustellen, wer der erste Eigentümer des Ende des 19. Jahrhunderts erbauten Gebäudes war. Es ist bekannt, dass es einige Zeit M.E. Weidenbach, einer gebürtigen Sachsen, gehörte, was die Annahme zulässt, dass sie die Initiatorin des Baus gewesen sein könnte. Ursprünglich war das Haus einstöckig, aber später wurde es von den Verwandten von Weidenbach in ein dreistöckiges Einkommenshaus umgebaut. Die oberen Etagen beherbergten Mietwohnungen, während im Erdgeschoss ein Wurstladen der Eigentümer untergebracht war. Die Architektur des Gebäudes ist im neoklassizistischen Stil gehalten, der auf den Traditionen der antiken Kunst und der Eklektik basiert, die zu jener Zeit in Rostow am Don populär war.
Der am besten erforschte Zeitraum der Geschichte des Hauses beginnt 1913, als es im Besitz von Maria Babiewa war. Während des Ersten Weltkriegs erwarb das Gebäude der rostower Unternehmer Michail Kulikow, der erfolgreich mit seinen Söhnen Geschäfte führte, bis die sowjetische Macht kam. Unter ihm eröffneten im Gebäude verschiedene Geschäfte, darunter Lebensmittelgeschäfte, die dem Eigentümer selbst gehörten. Hier wurden gastronomische und koloniale Waren verkauft. Interessant ist, dass im Erdgeschoss noch das Monogramm von Michail Kulakow erhalten geblieben ist.
Nach dem Kommen der sowjetischen Macht wurde das Gebäude beschlagnahmt, und das Schicksal seines Eigentümers bleibt unbekannt, ebenso wie das Schicksal vieler Rostower, die vertrieben oder getötet wurden. Bald wurden die Verkaufsräume in einen Veranstaltungsraum umgebaut. In den 1920er Jahren traten hier viele bekannte Persönlichkeiten auf, darunter 1922 der russische Dichter Osip Mandelstam.
Heute befindet sich das Gebäude wieder in Privatbesitz, und im Erdgeschoss ist ein Stoffgeschäft untergebracht. Trotz seines historischen Wertes wurde auf dem Dach ein Anbau mit Fenstern hinzugefügt, der seitliche Teil des Erdgeschosses erweitert und die alten Laternen am Haupteingang entfernt. In dieser Form kann man dieses architektonische Denkmal mit einer erstaunlichen Geschichte sehen, wenn man das Stadtzentrum besucht.
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