Eines der schönsten vorrevolutionären Gebäude in Rostow am Don ist das Mietshaus, das I.M. Shaposchnikow gehörte, dem Kopf einer bekannten Kaufmannsfamilie und Besitzer eines erheblichen Vermögens. Genau Shaposchnikow senior errichtete das erste mehrstöckige Haus in Rostow am Don. Unter seinen Besitztümern sticht das elegante zweigeschossige Mietshaus in der Nikolaevskaya Straße (heute Sozialistische) hervor.
Das in den 1890er Jahren erbaute Gebäude hat eine U-Form. Über dem südlichen Teil befindet sich ein Dachgeschoss, während der nördliche Teil mit einem Satteldach bedeckt ist. Die Fassaden sind mit Stuck- und Reliefdekoren im Stil des Neorenaissance geschmückt. In der Komposition der Fassade fallen zwei äußere Risalite mit Dachgeschossen auf, von denen der westliche den Haupteingang betont. Die zentralen Öffnungen der Fassade entsprechen den Dachfenstern im Giebel des Dachgeschosses. Das architektonische Erscheinungsbild des Gebäudes wird durch arkadische Motive geprägt: vergrößerte Pilaster und große Archivolten der Risalite sowie die gestaffelte Gestaltung der Tür- und einiger Fensteröffnungen. Die Hauptelemente werden durch zahlreiche dekorative Details ergänzt: Rosetten, Fensterbank- und Friesverzierungen, dekorative Schlösser der Risalite, ornamentale Lunetten, ein komplizierter Gesims und dekorative Säulen an den Ecken der Risalite.
Ursprünglich war das Haus von Shaposchnikow für die Unterbringung eines Geschäfts und die Vermietung von Wohnräumen vorgesehen. Während des Ersten Weltkriegs wurde hier eine private Kunstschule von Chinenov und seiner Frau eröffnet. Nach dem Kommen der sowjetischen Macht wurde das Gebäude beschlagnahmt, aber die Schule setzte ihre Arbeit als staatliche Einrichtung fort, obwohl sich die Qualität der Ausbildung änderte. Später beherbergte das Gebäude verschiedene Institutionen, darunter das regionale Militärkommissariat.
In der heutigen Zeit befand sich im ehemaligen Mietshaus von Shaposchnikow lange Zeit das Ministerium für Wohnungswesen der Region Rostow, das jedoch später umzog. Jetzt steht das Gebäude auf der Liste der Objekte des kulturellen Erbes von regionaler Bedeutung und steht unter staatlichem Schutz.
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