Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschloss der Unternehmer und Eisenbahnmagnat Peter Perczow, der Tausende von Werst Eisenbahnen in Russland gebaut hatte, ein Haus zu errichten. Sein Freund und Russophile Ivan Zwetkow bot ihm Informationen über ein zum Verkauf stehendes Grundstück in der Nähe der Christ-Erlöser-Kirche an, unter der Bedingung, dass das Haus im russischen Stil gestaltet wird. Perczow stimmte zu, und Zwetkow informierte ihn, wer das Grundstück verkauft.
Es wurde ein Wettbewerb für die beste Gestaltung des Hauses ausgeschrieben, in dessen Jury bekannte Künstler wie Viktor Wasnezow, Wassili Surikow, Wassili Polenow und der Architekt Fjodor Schechtel saßen. Doch Perczow wählte selbst den Künstler Sergei Maljutin aus, ein Mitglied des Verbands russischer Künstler, Illustrator von Puschkin-Märchen, Bühnenbildner und Designer der Matroschka.
Im Entwurf des Hauses verkörperte Maljutin eine ganze slawische Welt: Vögel Sirin, die Sonne Jarilo, Szenen mit einem Stier und einem Bären, Eulen und andere Figuren aus dem alten Epos. Nach seinen Skizzen wurde auch die Möbel gefertigt.
In Übereinstimmung mit der alten russischen Tradition der wirtschaftlichen Sicherheit ließ Perczow das Grundstück auf seine Frau eintragen, weshalb das Gebäude als Haus Perczowa und nicht Perczow bezeichnet wird. In einem Teil des Hauses lebte seine Familie, während der andere Teil vermietet wurde.
Im Keller befand sich das Theater „Die Fledermaus“, eine Art Comedy Club des vorrevolutionären Moskaus, gegründet von Nikita Balijew und Nikolai Tarasow, wo Parodien auf die Aufführungen anderer Moskauer Theater aufgeführt wurden. Hier traten die berühmten MkhAT-Schauspieler in unerwarteten Rollen auf. Das Theater zog die gesamte Gesellschaft an, der Eintritt war nur mit speziellen Einladungen möglich, und unter den Gästen konnte man Konstantin Stanislawski, Jewgeni Wachtangow, Fjodor Schaljapin und Leonid Sobinow treffen.
Heute befindet sich in dem Gebäude die Hauptverwaltung des diplomatischen Korps des russischen Außenministeriums, und es ist für die Öffentlichkeit geschlossen.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.