Die Holzdatscha von Wladimir Wiktorowitsch Gratschow befindet sich fast gegenüber dem Bahnhof Marienburg in Gatschina. Gratschow, aktiver Staatsrat und Ingenieur im Ministerium für Verkehr, war Mitglied der Russischen Technischen Gesellschaft und arbeitete eine Zeit lang als Eisenbahninspektor. 1892 kaufte er ein Grundstück in der Zverinskaja-Straße (heute Woskowa-Straße) in Marienburg und begann mit dem Bau eines Datscha-Hauses zur Vermietung. Später wurde dieses schöne Haus mit dem Turm auf seine Frau, Maria Arsentjewna Gratschowa, eingetragen.
Marienburg war bekannt als Datscha-Juwel, wo viele berühmte Persönlichkeiten Erholung fanden. Im Jahr 1904 lebten Zinaida Gippius und ihr Mann Dmitri Merezhkovsky im Haus von Gratschow. Hier arbeitete die Dichterin aktiv und erwähnte in einem Brief an W.S. Miroljubow in Petersburg vom 17. August: „Seltene Gelegenheit: Ich habe ganze drei Gedichte geschrieben und beeile mich, sie Ihnen zu schicken.“
Nach der Revolution wurde die Datscha nationalisiert und dem Volkshaus übergeben, das als kulturelles und aufklärerisches Zentrum für die Jugend diente. Im Erdgeschoss befand sich lange Zeit eine Apotheke, die als „Holz-Apotheke“ oder „Apotheke am Bahnhof“ bekannt war. Nach dem Krieg wurden in dem Gebäude Wohngemeinschaften untergebracht.
Dieser hölzerne Terem, bekannt unter den Einheimischen als „Haus mit Turm“, wurde zum Symbol des Stadtteils Gatschina.
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