Neben Tichwin liegt das Dorf Krasnoje an der Wolga, das erstmals in den Dokumenten der 1620er Jahre als Besitz des Fürsten A.G. Dolgorukow erwähnt wird. Zu dieser Zeit standen hier bereits zwei hölzerne Kirchen: die Georgskirche und die Einführungskirche, die vom Besitzer des Dorfes erbaut wurden. Die moderne Einführungskirche wurde 1724 eingeweiht, als Krasnoje dem bekannten Vertrauten von Peter I, A.D. Menshikov, gehörte. Nach seinem Sturz im Jahr 1727 wurde der Bau eingestellt und erst 1752 abgeschlossen. Es ist bekannt, dass der rybinsker Fabrikant P.M. Nechayev am Abschluss des Bauwerks beteiligt war, dessen Nachkommen zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu den Spendern und Gemeindemitgliedern der Kirche zählten.
Das architektonische Zentrum des Gebäudes bildet ein länglicher Quader, der von Westen nach Osten ausgerichtet ist, über dessen östlichem Teil eine facettierte Trommel mit einer Kuppel und einer figurierten Laterne emporragt. Im Osten schließt sich eine halbrunde zweigeschossige Apsis an, im Westen eine offene Galerie-Vorhalle, die sich im zweiten Stock der Sommer-Einführungskirche befindet. An der Westwand der Vorhalle befand sich ein säulenartiger Glockenturm, der nicht erhalten geblieben ist.
Die volumetrisch-räumliche Lösung der Kirche ist für die lokale Architektur ungewöhnlich und erinnert an die Kirchen in St. Petersburg, wie die Verkündigungskirche der Alexander-Newski-Lawra und die Kathedrale der Peter-und-Paul-Festung. Die Originalität der Architektur weist darauf hin, dass die Kirche als Gutskirche erbaut wurde, und ihre Komposition spiegelte die Vorlieben des Dorfbesitzers, Fürst Menshikov, wider. Die nord- und südlichen Fassaden des Gebäudes sind gleich gestaltet. Drei kleine Fenster im Erdgeschoss, wo sich die warme Nikolaskirche befand, haben einen runden oberen Abschluss und sind von einem Wulst umgeben. Die rechteckigen Fenster der zweiten und dritten Etage sind schmucklos. Zwischen den Etagen und unter dem Gesims verläuft ein Streifen aus Putz. Die Westfassade endet mit einer hohen dekorativen Wand mit geschwungenen Konturen, eine ähnliche Wand schmückt den oberen Teil der Ostfassade des Quaders. In der Gestaltung der unteren Fensteröffnungen ähnelt die Einführungskirche der Verkündigungskirche im Dorf Blagoweschtschenje, die 1754 an den Quellen des Flusses Tscheremucha erbaut wurde.
Beschreibungen aus dem letzten Jahrhundert zeugen von der reichen inneren Ausstattung der Einführungskirche, die leider heute verloren ist.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.