Der Tempel im neorussischen Stil befindet sich über den nördlichen Klostertoren, die unter der Äbtissin German die Haupttore waren. Das Gebäude ist mit einem Epanch-Dach und Türmchen an den Seiten geschmückt. Der Architekt Alexander Afanasjewitsch Latkow, bekannt für seine Projekte im russischen Stil, entwarf diesen Tempel.
Der Tempel ist zu Ehren Allerheiligen geweiht, die als nahe zu Gott stehende Fürsprecher gelten, die das Kloster vor äußeren Bedrohungen schützen und den Bewohnern ein Beispiel für Geduld und Demut sind. Der Körper des Tempels und die vier seitlichen Türme enden in Pyramiden mit bemalten Kuppeln und vergoldeten Kreuzen. Die zentrale Pyramide des Tempels ist viereckig, während die anderen achteckig sind. Der Vorhof-Tempel Allerheiligen wurde am 19. September 1899 von Archimandrit Pavel Glebov geweiht. Auf der Ostseite wurde mit Mitteln der Großfürstin Elisabeth Fjodorowna ein Zellenbau angebaut, bekannt als der „ältere“ Bau. In diesem Bau lebte von 1916 bis zur Schließung des Klosters im Jahr 1923 der heilige Alexius Zosimowski Solowjow in Abgeschiedenheit. Im Jahr 1917 nahm Alexius am Allrussischen Sobor teil, wo er zum Patriarchen von Moskau und ganz Russland gewählt wurde. Er zog das Los mit dem Namen Tichon, dem neuen Patriarchen der Russisch-Orthodoxen Kirche. Zu ihm kamen bekannte Persönlichkeiten wie Sergej Bulgakow, Pawel Florenski, Metropolit Makari Niewski und andere ins Kloster. In den letzten Lebensjahren wohnte in der benachbarten Zelle der heilige German, der hier 1923 starb.
Das äußere Erscheinungsbild des Tempels hat sich in den letzten hundert Jahren kaum verändert, was man über die innere Ausstattung nicht sagen kann: Der geschnitzte Ikonostase und die Wandmalerei sind nicht erhalten geblieben. Der Tempel ist derzeit restauriert, aber sein Interieur ist bisher bescheiden, mit Ausnahme des Ikonostase, der nach alten Fotografien rekonstruiert wurde. In der Kirche Allerheiligen findet an jedem letzten Sonntag des Monats ein Wasserweihe-Gottesdienst und eine nächtliche Göttliche Liturgie statt.
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