Das Manifest über die Freiheit des Adels, das 1762 veröffentlicht wurde, befreite den Adel von der Pflicht zur Militär- oder Zivilverwaltung. Dies führte zu einem aktiven Bau von Landsitzen in der Provinz. Tishinin, der in den Ruhestand trat, widmete sich der Gestaltung seines Landsitzes am malerischen Ufer der Wolga, wo sich zuvor sein Dorf Manshino befand.
Das älteste Gebäude des Landsitzes ist die einschiffige, einapsidale Kirche der Tichwiner Gottesmutter mit einem Speisesaal und einem Glockenturm. Die Geschichte ihrer Entstehung ist nicht ganz klar, aber es wird allgemein angenommen, dass sie in den Jahren 1763-1764 erbaut wurde. Einige Forscher schreiben das Projekt dem bekannten Petersburger Graveur Michail Iwanowitsch Machajew zu und glauben, dass die Semeonowskaja Kirche in Petersburg als Vorbild diente. In der Korrespondenz zwischen Tishinin und Machajew werden jedoch nur die "verfallene Kirche" und der "alte Glockenturm" erwähnt. In den Archivmaterialien gibt es ein Zeugnis des Schwiegersohns von Tishinin, A.O. Koshin, der behauptet, dass die Kirche 1757 erbaut wurde. Auf die 1750er Jahre deuten auch einige allgemeine Merkmale der Tichwiner Kirche und der Dreifaltigkeitskirche im Pod'yablonny-Pogost hin, die 1750 erbaut wurde.
In Erwartung des Besuchs von Kaiserin Katharina II. in der Mitte der 1760er Jahre lud Tishinin Architekten und Künstler ein, um die bestehenden Gebäude zu renovieren und neue zu errichten. Damals wurde die Dorfkirche mit Portiken, Gipsstuck und Fenstergittern mit dem Monogramm des Besitzers geschmückt. In den 1780er Jahren wurde am westlichen Eingang zum Speisesaal ein dreigeschossiger Glockenturm im klassischen Stil mit einem Spitzdach errichtet.
Die architektonische Komposition der Tichwiner Kirche ist charakteristisch für die Jaroslawler Gutsherren-Kirchen des mittleren 18. Jahrhunderts. Der Hauptkörper des Tempels, ein hoher viereckiger Raum, der entlang der Nord-Süd-Achse ausgerichtet ist, dient als Grundlage für einen oktogonalen Raum mit einer figürlichen Kuppel auf einer achteckigen Lichtkuppel. Im Osten schließt sich eine zweilichtige Apsis an, im Westen die Winterkirche, der Speisesaal und der dreigeschossige Glockenturm. Die nördlichen und südlichen Eingänge sind mit Portalen mit Säulen auf hohen Sockeln gestaltet. Ein barocker Architrav verstärkt ihre Feierlichkeit. Über den Portalen befinden sich große halbrunde Fenster, flankiert von Pilastern. Die Ecken des viereckigen Raums sind mit rustizierten Lisenen akzentuiert, die mit einem Gesims und Tympana enden. Die nördlichen und südlichen Fassaden sind mit Stuckarbeiten in Form von Kränzen und Girlanden verziert. In der Gestaltung des Oktogons wurden barocke Motive, Pilaster und glasierten Fliesen verwendet.
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