Im Jahr 1920 kam eine russische Flotte nach Nordafrika, die 13 orthodoxe Priester umfasste. Die Gottesdienste fanden auf dem Deck des Schlachtschiffs „Georgi Pobedonosets“ statt, das speziell dafür ausgestattet war, sowie in der Kirche des heiligen Paulus des Bekenners, die im Kasematten des alten Militärforts Djebel Kebir in der Nähe von Bizerte eingerichtet wurde.
Im Jahr 1921 wurde die kulturell-aufklärerische Vereinigung „Russischer Kreis Algeriens“ gegründet, die die geistliche Betreuung initiierte, einen Priester einlud und die Gemeinde gründete. Der erste russische Priester in Algerien wurde der ehemalige Marinepriester Protopresbyter Jewfimy Logodowsky, der Vater des Architekten und Bauherrn der russischen Kirche zu Ehren der Auferstehung Christi in Tunis. Im Jahr 1928 organisierte er die Kirche des heiligen Apostels Andreas, indem er das Eigentum der Schiffs- kirchen, das aus Tunis gebracht wurde, nutzte.
Seit 1935 gab es in Algerien eine Hauskirche der Heiligen Dreifaltigkeit, deren Pfarrer von Vater Wassili Schustin unterstützt wurde. Sie betreuten bis zum Tod Logodowskys gemeinsam zwei russische Kirchen. Schustin unternahm regelmäßig Reisen durch das Land, um den Landsleuten, die in verschiedenen Teilen Algeriens lebten, geistliche Unterstützung zu bieten.
Im Jahr 1936 wurde das Eigentum der Gemeinde des Apostels Andreas an die Gemeinde der Heiligen Dreifaltigkeit übertragen. Im Archiv ist eine Liste erhalten geblieben, in der der Altar, der Kerzenständer, drei Analoge, zwei Leuchter, Fahnen, die Taufbecken und andere kirchliche Utensilien sowie das Evangelium und verschiedene Bücher geistlichen Inhalts erwähnt werden. Vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs zählte die russische Kolonie in Algerien etwa 500 Personen.
In der russischen Gemeinde in Algerien funktionierte eine Bibliothek, und das soziale und kulturelle Leben entwickelte sich aktiv. Es wurde über den Kauf von Land und den Bau einer festen Kirche diskutiert, worüber der Vorsitzende der Vereinigung Lew Pawlowitsch Dolgushin im Oktober 1951 an den Verwalter der russischen Gemeinden in Nordafrika, Erzbischof Panteleimon, schrieb.
Nach der Anerkennung des Rechts Algeriens auf Selbstbestimmung durch Frankreich im Jahr 1959 begann die massenhafte Auswanderung von Europäern aus dem Land. Bis 1968 blieben in Algerien nur noch 12 russische Gemeindemitglieder.
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