Der dem Leiden Christi gewidmete Tempel ist unter den Stadtbewohnern wenig bekannt, da die Kirche in der Sowjetzeit verfolgt wurde, obwohl ihre Geschichte eng mit der Geschichte Saratows verbunden ist. Noch vor Peter I. wurde an der Stelle der heutigen Kreuzung der Moskauer und Oktoberstraße, die damals außerhalb der Festung lag, eine Kapelle erbaut. Das genaue Datum ihres Baues ist unbekannt, aber die erste Erwähnung datiert auf April 1696.
Im Jahr 1827 wurde die hölzerne Kapelle in eine steinerne Kirche umgebaut und geweiht. 1860, nach einer weiteren Umgestaltung zur Erweiterung, wurde die Kirche im Namen der Passion Christi geweiht, und 1866 erhielt sie ein Altar in Ehren der Iwerer Ikone der Gottesmutter. Da die Kirche dem Spaso-Transfiguration-Männerkloster zugeordnet war und dort Mönche dienten, wurde sie im Volk Kynovia genannt, was aus dem Altgriechischen als „Gemeinschaft“ übersetzt wird.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts befand sich der Tempel im Zentrum von Saratow. Er war reich verziert dank der Wohltäter: teure Utensilien, heilige Gewänder, Ikonen in silbervergoldeten Rahmen. Obwohl die Kirche keinen Glockenturm hatte, hingen acht Glocken, die größte wog etwa 690 kg, an speziellen Pfosten auf der Südseite des Gebäudes.
Nach der Revolution von 1917 wurde die Kirche und das Anwesen geschlossen, die Gebäude umgebaut und geteilt, und dann wurde hier ein Haus der Volksschöpfung eingerichtet. Später befand sich im Gebäude das Saratower Studio „Soyuzkinokhronika“, und nach dem Krieg das „Nieder-Volga-Studio für Kinochroniken“.
Anfang der 1990er Jahre, aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation im Land, reduzierte das Studio die Produktion von Filmen, und 2002 begann die Privatisierung. Die Räumlichkeiten wurden vermietet.
Im Jahr 2012 wurde das Gebäude der Kirche der Passion Christi an das Saratower Erzbistum zurückgegeben. Am 29. Juli 2012 fand in der Kirche die erste Göttliche Liturgie statt. Ende desselben Jahres begannen umfangreiche Renovierungs- und Wiederherstellungsarbeiten.
Seit Juni 2014 wurden die Gottesdienste in der Kirche wieder aufgenommen. Jeden Sonntag um 10:00 Uhr finden Evangelienlesungen statt, bei denen ein Kapitel aus dem Evangelium behandelt wird.
Aufgrund des Beginns der umfangreichen Rekonstruktion der Kirche wurde auf die Segnung von Metropolit Longin von Saratow und Wolsk in dem benachbarten Gebäude eine vorübergehende Kirche eingerichtet. Am 10. März 2017 führte der Dekan des Dreifaltigkeitsbezirks, Priester Nikolai Gensitsky, zusammen mit dem Pfarrer der Kirche und dem Klerus des Dekanats den Ritus der Platzierung des Antimens im vorübergehenden Tempel durch, wonach die Liturgie der bereits geweihten Gaben gefeiert wurde.
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