Im Dorf befindet sich die größte Kirche der Geburt der Heiligen Gottesmutter im Wolgagebiet. Diese prächtige steinerne Kirche mit drei Altären wurde Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und 1899 geweiht. Der Architekt war Sergei Karyagin, bekannt für seine Arbeiten in Moskau und Petersburg.
Die aktuelle Kirche ist die dritte im Dorf. Zuvor gab es noch zwei. Die erste, aus Holz, wurde zu Ehren des Heiligen Nikolaus von Myra geweiht. Mit seinem Icon wurde das Dorf umschritten und geweiht, was dem Dorf den Namen Nikolsk gab. Aufgrund der Veränderung des Flussverlaufs der Wolga brach das Land unter der Kirche ein, und sie fiel in den Fluss.
Die zweite Kirche, ursprünglich als zweisäulige Kirche zu Ehren der Heiligen Gottesmutter und des Heiligen Nikolaus von Myra gedacht, wurde ebenfalls vom Fluss zerstört. Daher entschloss man sich, die dritte Kirche weiter vom Ufer zu bauen. Auf der Dorfsitzung wurde beschlossen, sie erneut als zweisäulige Kirche zu gestalten, aber die Fischer schlugen vor, einen dritten Altar zu Ehren der Heiligen Apostel Petrus und Paulus, der Schutzpatrone der Fischer, hinzuzufügen.
Während des Krieges wurde die Kirche geschlossen, und die Gottesdienste fanden in Kellern statt, wo sich die Bewohner vor Luftangriffen versteckten. Aus dieser Zeit blieb ein Riss im Glockenturm, der durch Bombardierungen entstanden ist, aber er vergrößert sich nicht.
Die sowjetische Regierung plante, die Kirche zu sprengen, aber der Vorsitzende des Gemeinderats, Pawel Iossifowitsch Kidebu, der gläubig war, schlug vor, sie als Lager für Weizen zu nutzen. Er verstand das Risiko, verteidigte aber die Kirche und ließ die Glocken nicht abwerfen. Später wurde er jedoch aufgrund falscher Anschuldigungen erschossen, und die Glocken wurden dennoch abgenommen.
Nach dem Krieg wurden die Gottesdienste in der Kirche wieder aufgenommen, was durch ein Schreiben von I. Stalin begünstigt wurde, das den Druck auf die Kirche milderte und das Recht der Gläubigen auf Religionsfreiheit anerkannte.
Die Wiederherstellung der Kirche in Nikolsk ist mit dem Protopriester Nikolai Sitkin verbunden, der während des Krieges die Gottesdienste im Keller abhielt.
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