Die Kirche Johannes des Täufers in Belozersk, 1810 im Stil des reifen Klassizismus erbaut, ist ein herausragendes Denkmal der Architektur des 18. und 19. Jahrhunderts. Ihre elegante und strenge Architektur könnte sowohl Sankt Petersburg als auch Moskau schmücken. Die Komplexität des Entwurfs und das handwerkliche Können deuten auf die Arbeit eines bedeutenden städtischen Architekten hin. Forschungen und gefundene Zeichnungen lassen vermuten, dass der berühmte Baumeister W. I. Baschenow der Autor des Projekts war.
In einem der Alben, die im Wissenschafts- und Forschungsinstitut für russische Architektur A. V. Schussew in Moskau aufbewahrt werden, wurden ein Plan, eine Fassade und ein Schnitt eines unbekannten Tempels entdeckt, die nahezu vollständig mit der Kirche in Belozersk übereinstimmen. Die Unterschiede liegen nur in einzelnen Details, wie dem Übergang zwischen Tempel und Speisesaal, seitlichen Portiken und Treppen. Diese Zeichnungen dienten wahrscheinlich als Grundlage für den Bau der Kirche Johannes des Täufers, obwohl der Glockenturm nie errichtet wurde.
Die volumetrisch-planerische Lösung der Kirche beeindruckt durch das durchdachte Spiel der abgerundeten Formen. Der Hauptrotundenvolumen mit zwei Lichtquellen und einer halbrunden Apsis wird von zwei rechteckigen Kapellen mit abgerundeten Enden ergänzt. Die Rotunde ist mit einem breiten Speisesaal verbunden, der abgerundete Ecken hat und in drei Schiffe unterteilt ist. Früher dominierte die Rotunde in der Komposition, gekrönt von einer hohen Kuppel auf einem Lichttrommel mit Laterne und Spitze.
Trotz der Verluste bewahrt das Denkmal seine Anziehungskraft und erinnert an ein Palastgebäude. Die Kapellen sind mit vier-säuligen Portiken mit Giebeln geschmückt, während der Speisesaal Portiken mit ionischen Halbsäulen und figürlichen Attiken aufweist. Zwischen den Fenstern der Apsis befinden sich paarweise angeordnete Säulen. Die Fenster der Kirche, ohne Rahmen, sind durch eine Gesimsleiste getrennt: unten rechteckig mit Nischen und Sandriken, oben rund mit Gittern. Alle Teile der Kirche werden durch ein gemeinsames Gebälk mit Gesims verbunden, über dem teilweise ein metallisches Gitter aus verflochtenen Kreisen erhalten geblieben ist.
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