Die Geschichte der russischen Kirche in Menton begann im Jahr 1880, als unter dem Schutz der großen Herzogin Anastasia Michailowna die Russische Mentonische Wohltätigkeitsgesellschaft gegründet wurde. Ihr Ziel war die Hilfe für russische Untertanen in San Remo, Bordighera und Menton sowie die Erfassung von Kranken und Verstorbenen. Im Jahr 1892 wurde ein Herrenhaus in der prestigeträchtigen Gegend von Carnolles erworben, um die Gesellschaft unterzubringen, das den Namen Maison Russe („Russisches Haus“) erhielt.
Dieses beeindruckende vierstöckige Herrenhaus mit 32 Zimmern, in dem nur Russen lebten, war von einem wunderschönen Garten mit Oliven- und Zitrusbäumen, Palmen, Rosen und Kakteen umgeben. Später wurde eine separate Villa für schwerkranke und sterbende Menschen eingerichtet. Nach der Gründung des „Russischen Hauses“ wurde beschlossen, eine orthodoxe Kirche zu bauen. Der Bau nach den Plänen des Architekten Terzling begann im Sommer 1892, und im November wurde die Kirche geweiht.
Die Kirche der Heiligen Gottesmutter und des Heiligen Nikolaus in Menton hat eine kleine Größe: die Länge beträgt 12 Meter, die Höhe innen 9 Meter, die Breite 7,5 Meter. Sie grenzt an das Gebäude des „Russischen Hauses“ und ist im Stil der russischen Kirchen des 17. und 18. Jahrhunderts gestaltet. Das Satteldach ist mit Ziegeln gedeckt, und über dem Altar erhebt sich eine Kuppel, die mit bunten Fliesen und Säulen geschmückt ist. Auf der Spitze der Kuppel befindet sich eine kleine Laterne mit einem orthodoxen Kreuz. In die Kirche gelangt man durch drei Eingänge: aus dem Garten, aus dem „Russischen Haus“ oder durch den Garten zum Altar. Über dem letzten Eingang befindet sich ein Bild des Erlösers unter einem Holzvordach.
Besucher der russischen Kirche in Menton sollten auf den einreihigen Ikonostase achten, der im byzantinischen Stil aus Carrara-Marmor gefertigt ist. Die meisten Ikonen wurden von K. Brjullow gemalt, und das Altarbild der Auferstehung Christi wurde vom Vizekonsul N. Jurasow geschaffen. Es ist bekannt, dass viele Ikonen von der Feldkirche des Fürsten Lopuchin hierher gebracht wurden.
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