Über diese Filialkirche auf dem russisch-orthodoxen Friedhof ist wenig bekannt. Die Kirche, die dem heiligen Fürsten Nikolaus von Tschernigow, bekannt als „Heiliger“, gewidmet ist, wurde vom Astrachaner Kaufmann Nikolai Ivanovich Artemyev als Familienkirche und Grabstätte errichtet. Sie ist nach dem himmlischen Schutzpatron des Kaufmanns, Nikolai Artemyev, benannt, der später unter ihrem Gewölbe in einer speziell eingerichteten Gruft unter dem Altar beigesetzt wurde. Die Kirche wurde 1889 vom Astrachaner Erzbischof Jewgeni Shereshilov erbaut und geweiht. Im Laufe der Zeit wurde sie zum Ort der Beerdigung von Verstorbenen, die an epidemischen Krankheiten litten.
Die Kirche war klein, einräumig, aus Stein, mit einem steinernen Glockenturm, der mit ihr verbunden war. Sie war im alten russischen Stil mit Elementen des Klassizismus gestaltet, da sie von Norden und Süden mit falschen klassischen Portiken mit Säulen geschmückt war. Eine große runde Tambour mit sechs Fenstern befand sich auf dem quadratischen Grundriss der Kirche, und oben krönte sie eine kleine runde Kuppel mit einer hohen Laterne, einem Apfel und einem Kreuz. Der Glockenturm war einstöckig, schindelgedeckt und war ebenso wie die Kuppel der Kirche gekrönt.
Im Mai 1920 wurde der Astrachaner Erzbischof Palladij Dobronravov in der Gruft unter dem Altar beigesetzt, dessen Überreste nach dem Abriss der Kirche auf den allgemeinen Friedhof übertragen wurden.
Im Jahr 1923 wurde die Kirche von den Renovationisten besetzt, und 1928 wurde sie von den örtlichen Behörden ihnen entzogen. Am 6. April desselben Jahres beschloss der Astrachaner Okrispolkom, die Nikolauskirche auf dem orthodoxen Friedhof an die Staatsfonds-Kommission beim Astrachaner OFO zur Abtragung in Ziegel zu übergeben. Im selben Jahr beanspruchte der Astrachaner Okrsozialrat des Ossoaviahima das Gebäude und schlug vor, es in einen Luftschutzbunker umzuwandeln. Trotz alledem wurde die Kirche im Namen des heiligen Nikolaus von Tschernigow 1931 abgerissen. Sie befand sich auf dem Friedhof direkt hinter der Kirche der Heiligsten Dreifaltigkeit. Heute sind an ihrer Stelle kaum noch Spuren des Fundaments sichtbar.
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