Im Jahr 1687 wurde auf Bestellung des Archimandriten des Bogoslovski-Klosters, Gerasim, die Kirche zu Ehren des Johannes des Täufers erbaut, die von dem Rostower Metropoliten Ion III. Sysoevich geweiht wurde. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde die Kirche und das umliegende Dorf durch Feuer zerstört. Eine neue Kirche wurde erst in den 1680er Jahren errichtet. Die Bogoslovski-Kirche blieb bis zum Kommen der sowjetischen Macht in Betrieb, ihr majestätisches Aussehen und ihre Schönheit zogen Künstler an. Der bekannte russische Maler W. W. Vereschagin stellte sie in seinem Gemälde „Die Vorhalle der Landkirche. In Erwartung der Beichte“ dar.
Im Jahr 1913 besuchte der Herrscher Nikolaus II. mit seiner Familie die Kirche anlässlich der Feierlichkeiten zum 300-jährigen Bestehen der Romanow-Dynastie. Es sind farbige Fotografien der Kirche und ihres Ikonostase erhalten geblieben, die 1911 von dem Fotografen S.M. Prokudin-Gorski gemacht wurden.
Die Kirche des Johannes des Täufers ist eine mehrstöckige Holzkirche, die auf einem hohen Unterbau errichtet ist. In ihrer Dekoration finden sich viele geschnitzte und gehauene Elemente: Firste auf dem Dach, Decken aus dünnen Brettern, die „im Fischgrätmuster“ verlegt sind, und elegante geschnitzte Säulen. Über und unter den Fenstern befinden sich dekorative geschnitzte Bretter, und die Fensteröffnungen sind mit Holzläden besonderer Konstruktion verschlossen.
Der Glockenturm wurde im 19. Jahrhundert erbaut und ist durch einen Holzgang mit der Kirche verbunden. Im Inneren ist die Bogoslovski-Kirche hell und geräumig und beeindruckt durch ihren reichen Schmuck. Im Altarbereich befinden sich Fragmente eines alten vierstöckigen Ikonostase mit lebhaften ornamentalen Malereien. Die Ikonen darin stammen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Daneben steht eine Kopie der einzigartigen hölzernen Zarenpforte, die 1562 von dem Schnitzer-Mönch Isaiya geschaffen wurde. Der Rostower Meister W.L. Nikolsky schnitzte diese Kopie in den 1880er Jahren.
Derzeit ist die Kirche nicht in Betrieb und steht unter der Verwaltung des Museums-Reservats des Rostower Kremls. Die Kirche wird als Denkmal der altrussischen Holzarchitektur geschützt.
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