Das Dorf Ivanovskoye galt als wohlhabend, besonders unter den ehemaligen Leibeigenen der ersten Gemeinde. Bis 1884 zählte diese Gemeinde 152 Höhlen und 873 Einwohner sowie 2191 Desjatina Land, von denen 1539 Desjatina Ackerland waren. Wäre das Land nach Essenden verteilt worden, wie es in der Sowjetzeit geschah, hätte jeder mehr als 2,5 Desjatina erhalten. Trotz materieller Verluste verfügte die Gemeinde über 313 Arbeitspferde, 221 Kühe, 720 Schafe, ganz zu schweigen von der Jungtiere, und 11 Haushalte betrieben Bienenzucht mit 83 Bienenstöcken. Zu jener Zeit galten 23 Personen in der Gemeinde als gebildet, und 8 setzten ihre Ausbildung fort.
In der zweiten Gemeinde, der ehemaligen Grundherrschaft, gab es 46 Höhlen und 284 Einwohner, die 320 Desjatina Land besaßen, davon 268 Desjatina Ackerland. Hier fiel auf jeden Einwohner doppelt so wenig Land wie in der ersten Gemeinde. In der zweiten Gemeinde gab es 88 Pferde, 59 Kühe, 139 Schafe, und 5 Haushalte betrieben Bienenzucht mit 125 Bienenstöcken.
Im Jahr 1898 begann man im Dorf mit dem Bau einer Steinkirche anstelle der abgebrannten hölzernen Kapelle, zur Erinnerung an das wunderbare Ereignis vom 17. Oktober 1898. An diesem ungemütlichen Herbsttag hatte der kaiserliche Zug, der von der Station Taronovka der Kursk-Charkow-Asow-Eisenbahn abfuhr, einen Unfall auf der 277. Werst. Während des Unglücks frühstückte Alexander III. mit seiner Familie im Speisewagen. Beim Entgleisen des ersten Wagens fielen die anderen Wagen auf beiden Seiten. Der Speisewagen blieb auf den Gleisen, wurde aber stark beschädigt: sein Fundament wurde herausgerissen, und alle, die sich im Wagen befanden, fanden sich auf dem Damm wieder. Die Wände des Wagens trennten sich vom Dach und begannen nach innen zu fallen, aber zum Glück bildeten sie einen Unterschlupf, auf den das Dach fiel. Trotz der Zerstörung wurde niemand verletzt, was viele als Wunder betrachteten, das den Zaren und seine Familie vor dem Tod und das Land vor Unruhen rettete.
Zu Ehren dieser wunderbaren Rettung des Kaisers und seiner Familie wurde die Kirche im Dorf Ivanovskoye errichtet, wo viele Bauern ehemalige Leibeigene waren, das heißt, sie gehörten der kaiserlichen Familie und hatten eine gute Landversorgung.
Nach der Schließung der Kirche wurde das Dorf erheblich entvölkert. Im Jahr 1979 lebten hier 185 Menschen. Der Versuch, das Dorf mit einem Meliorationssystem wiederzubeleben, war nicht erfolgreich. Die in das Netz von Kanälen und Spezialtechnik investierten Mittel erfüllten nicht die Erwartungen, und die Pumpstation verfiel.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.