Am 30. November 1893 wurde in Kerch ein Waisenhaus eröffnet, das nach dem Rostower Kaufmann A.A. Zolotarev benannt wurde, der 100.000 Rubel für seinen Unterhalt vermachte. Diese Einrichtung war zur Hilfe für alte und bedürftige Menschen der orthodoxen Glaubensgemeinschaft gedacht und befand sich auf dem Gelände des heutigen Komsomol-Parks. Für den Bau des Waisenhauses und der Kirche wurden 20.000 Rubel bereitgestellt. In der Kirche waren der Hauptaltar zu Ehren des heiligen Apostels Andreas und ein Seitenaltar zu Ehren der heiligen Apostelin Maria Magdalena geplant. Die feierliche Einweihung des Waisenhauses und der Kirche wurde von dem hochwürdigen Martynian, dem Bischof von Taurien und Simferopol, durchgeführt.
Die Kirche wurde dem heiligen Andreas gewidmet, da Zolotarev diesen Namen trug und auch, weil, gemäß der christlichen Geschichte, Andreas der Erstberufene seine Missionsreise genau von Kerch aus begann.
Vor der Oktoberrevolution gab es im Waisenhaus ein Heim für Hilflose und Obdachlose, eine Klinik und einen Strand. Im Jahr 1923 wurde das Gebäude an eine Kindereinrichtung übergeben.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche 1941 vollständig zerstört, da sich an ihrer Stelle eine deutsche Militäreinheit befand, die von den sowjetischen Truppen beschossen wurde.
In der heutigen Zeit wird die Kirche wiederbelebt. Im Jahr 1996 wurde auf Bitte der Gemeindemitglieder und dank des frommen Vaters Wladimir Kraplin der orthodoxen Kirche ein kleines einstöckiges Gebäude im Park des Pionierpalastes übergeben. Zur gleichen Zeit wurde der Priester Nikolai Zen'kov zum Pfarrer ernannt. Im August 1996 begannen die Gemeindemitglieder mit den ersten Restaurierungsarbeiten. Bei der Einrichtung des Kirchengebäudes erhielt man große Unterstützung vom Fischkollektiv „Banner des Kommunismus“. Die Wände wurden mit biblischen Motiven bemalt. Das Simferopol-Krim-Eparchie erwarb Ikonen, von denen einige von den Gemeindemitgliedern gebracht wurden.
Heute hat die Kirche des heiligen Andreas eine weitere Gemeinde, die seit 1999 im Kerch Onkologiezentrum tätig ist. Bei der wiederbelebten Kirche gibt es eine Sonntagsschule für Kinder und Erwachsene. Seit 2003 wird ein Gemeindeblatt herausgegeben, in dem die kirchlichen Feiertage beleuchtet werden. Geplant ist der Bau einer neuen Kirche des heiligen Andreas. Der Kercher Exekutivausschuss hat bereits beschlossen, der Kirche zwei Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 0,8 Hektar zu übertragen. Das Projekt der Kirche wurde von der Firma Kerchprojekt entwickelt, der Architekt war Wladimir Nikolajewitsch Kusnizyn.
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