Das Gebäude dieser ungewöhnlichen Kirche grenzt eng an ein Herrenhaus in der Swerdlow-Straße in Kerch. Heute ist der Alexander-Newski-Tempel restauriert, funktionstüchtig und eine der architektonischen Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Die Kirche zu Ehren des heiligen Fürsten Alexander Newski wurde 1861 geweiht und befand sich im ehemaligen Gebäude des Antikenmuseums am östlichen Hang des Berges Mithridat. Doch 1877 traten Risse in den Wänden auf, und 1883 wurde der Tempel geschlossen. Im Januar 1884 beschloss die Stadtverordnetenversammlung von Kerch-Enikalsk, ein neues Gebäude auf dem weitläufigen Bosporusplatz zu errichten, wo sich heute das Stadion der ehemaligen Schule Nr. 7 befindet. Während die Fragen zu Grundstück und Projekt geklärt wurden, bauten die Gemeindemitglieder auf eigene Kosten ein vorübergehendes Gebetshaus in der Bosporusstraße 14, heute Swerdlow-Straße 20. Das geräumige Gebäude mit acht Fenstern und einem Eisen-Dach wurde Ende 1887 zu Ehren des heiligen Fürsten Alexander Newski geweiht. Der Bau des neuen Tempels stellte sich als schwierige Angelegenheit heraus, und 1904 wies die Stadtverordnetenversammlung erneut das Gesuch des Geistlichen Amtes zurück. Daher richteten die Gemeindemitglieder das Gebetshaus ein. Nach 1910 wurde im Hof ein zweigeschossiges Gebäude für die Gemeindeschule, die Wohnung des Priesters und des Klerus errichtet, an das der Glockenturm angrenzte.
Im Jahr 1931, als die sowjetische Macht begann, gegen die Religion zu kämpfen, wurde der Tempel geschlossen und das Gebäude dem Kercher Museum übergeben. 1951 wurde es im Zuge einer Rekonstruktion zweigeschossig. Mehr als vierzig Jahre später, im April 1993, wurde der ehemalige Tempel der Kirchengemeinde des heiligen Fürsten Alexander Newski zurückgegeben. Das Kercher historisch-archäologische Museum führte eine Restaurierung durch und stellte dem Gebäude sein ursprüngliches Aussehen wieder her. Am Dreifaltigkeitssamstag 1993 wurde im Tempel zum ersten Mal seit langer Zeit eine Seelenmesse abgehalten. Doch für die vollständige Wiederbelebung des Tempels musste noch viel getan werden. Die ersten Gemeindemitglieder halfen dem Pfarrer Protopresbyter Sergei Kowal mit Liebe, darunter waren Maler, Zimmerleute und Stuckateure.
Heute wird im Innenhof der Kirche von Alexander Newski ein Komplex mit Taufbecken und Glockenturm geschaffen. Es gibt eine kirchliche Schule zu Ehren der heiligen Kyrill und Methodius sowie Werkstätten, einen Sportraum und soziale Dienste. Seit 2001 gibt es eine Kirche in der Kercher Kolonie, organisiert von der Gemeinde Alexander Newski. Die Priester treffen sich wöchentlich mit den Verurteilten, führen Gespräche und Gottesdienste durch.
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