In der Geschichte Russlands gibt es viele Beispiele, in denen Frauen gleichberechtigt mit Männern kämpften, oft ihren Geschlecht verbargen. Eine dieser Heldinnen war die Kosakin Elena Choba.
Elena wurde 1884 in der Staniza Rogowskaja in Kuban geboren. Von klein auf war sie energisch und mutig, lernte früh reiten und handhabte das Säbel geschickt.
Mit 19 Jahren heiratete Elena den Kosaken Michail Choba, aber ihr gemeinsames Leben war kurz. Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs ging Michail an die Front und fiel bald darauf. Diese tragische Nachricht veranlasste Elena, sich zu entscheiden, in den Krieg zu ziehen. Sie besorgte sich eine Uniform, schnitt ihren Zopf ab, fälschte Dokumente und ging unter dem Namen Michail Choba an die Front.
Elena, die sich als junger Soldat ausgab, stand ihren Kameraden in nichts nach. Sie war mutig, stark, ertrug die mehrtägigen Märsche durch die Karpaten und nahm an Aufklärungsmissionen und nächtlichen Angriffen teil. Über ihre Heldentaten berichtete sogar die Presse. In der Zeitschrift "Kubansky Kosakenbote" wurde vermerkt: "Während des Rückzugs, als der Feind versuchte, einen unserer Teile und Batterien zu umzingeln, gelang es Choba, durch den Ring des Feindes zu brechen und zwei unserer Batterien zu retten, die nichts von der Nähe der Deutschen ahnten. Der Kosake führte die Batterien ohne Verluste aus der Umzingelung."
Elena kämpfte fast ein Jahr und verließ die Front erst nach einer Verwundung, als eine Kugel ihr ins Schlüsselbein traf. In dieser Zeit erhielt sie zwei Georgsmedaillen und das Georgskreuz 4. Klasse.
Nach ihrer Rückkehr in ihre Heimatstaniza ist wenig über Elenas weiteres Leben bekannt. Sie kämpfte in den Reihen der Weißen Garde und emigrierte dann. Nach einigen Angaben ließ sich Choba in den USA nieder, wo sie mit einem Kosakenensemble auftrat. Das Datum ihres Todes und der Ort ihrer Beisetzung bleiben unbekannt.
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