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Apraxin Hof: Von Grafenbesitz zu Kaufmannsvierteln

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Apraxin Hof ist eines der kriminellsten und unattraktivsten, aber gleichzeitig beliebtesten Viertel in Sankt Petersburg. Dieses Marktviertel, das seit fast drei Jahrhunderten existiert, lebt immer noch ein aktives Handelsleben. Umgeben von den Straßen Sadovaya, Lomonosova, Apraxin-Gasse und der Uferpromenade Fontanka, ist es Teil des historischen Zentrums der Stadt geworden und hat seine eigene Mythologie entwickelt.

Die Geschichte dieses Ortes beginnt mit dem Kaufmann Ivan Schtschkina, der im mittleren 18. Jahrhundert ein Grundstück von Graf Tschernyschew erwarb. Damals war es eine Peripherie, aber dank der Nähe zum Fluss und zu den Straßen war es ideal für den Handel. 1744 erhielt das benachbarte Grundstück Graf Fedor Apraxin, und bald entstanden hier die ersten Läden. Im Laufe der Zeit verschmolzen die beiden Grundstücke zu einer Handelszone, die 1833 offiziell durch ein Dekret von Nikolaus I. vereint wurde.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zählte der Markt mehr als zwanzig steinerne Gebäude und zahlreiche Holzbauten, in denen verschiedene Waren verkauft wurden. Doch 1862 zerstörte ein Feuer einen erheblichen Teil des Marktes. 1875 wurde ein Plan für den neuen Bau genehmigt, und Apraxin Hof begann, moderne Konturen anzunehmen. Neue Gebäude wurden unter der Leitung bekannter Architekten errichtet, was die Schaffung eines harmonischen Raums ermöglichte.

Apraxin Hof wurde nicht nur zu einem Handels-, sondern auch zu einem Unterhaltungszentrum. Hier eröffneten Teehäuser und Imbisse, und es wurde eine Kirche aller Heiligen erbaut. Der Markt wurde zu einem der größten in Europa hinsichtlich des Großhandelsvolumens. Er wird sogar in der Erzählung von Nikolai Gogol „Das Porträt“ erwähnt.

Die revolutionären Ereignisse führten jedoch zum Niedergang des Marktes. Viele Räumlichkeiten standen leer, und Apraxin Hof wurde zu einem Lagerviertel. Nach dem Krieg verwandelte es sich in ein Zentrum für den Kommissionshandel. In den 1990er und 2000er Jahren konnte man hier einzigartige Waren finden, aber auch der Verkauf von gestohlenen und gefälschten Produkten florierte.

Heute umfasst der Markt 57 steinerne Gebäude und bleibt der größte Handelsplatz in Sankt Petersburg. Versuche zur Rekonstruktion waren aufgrund von Eigentumsfragen nicht erfolgreich. Die Gebäude verfallen weiterhin, und die Gassen sind mit Müll überwuchert. Trotz alledem bleibt der Markt in Betrieb und zieht Fotografen sowie Liebhaber des industriellen Tourismus an.

Apraxin Hof ist ein Ort, an dem man in die Atmosphäre des späten 20. Jahrhunderts eintauchen kann. Wenn Sie Nostalgie verspüren und durch die bunten Handelsreihen schlendern möchten, wartet dieser Ort auf Sie.

Geo-Punkt

Апрашка: от графских владений к купеческим кварталам

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