Die Tage der Zarenherrschaft sind gezählt, und sie ist unwiderruflich verschwunden. Die Zarenherrschaft war die Grundlage, auf der Russland stand, und unterstützte seine nationale Integrität. Jetzt ist die Revolution unvermeidlich und wartet nur auf einen Anlass für ihren Beginn. Dieser Anlass kann alles sein: militärisches Versagen, Hunger, Streik in Petrograd, Aufstand in Moskau oder ein Palastskandal. Doch die Revolution ist nicht das Schlimmste, was Russland droht. Im Grunde genommen ist die Revolution der gewaltsame Wechsel von einem Regime zu einem anderen. Sie kann dem Volk Wohltat bringen, wenn es nach der Zerstörung gelingt, etwas Neues zu schaffen. In diesem Sinne erscheinen mir die Revolutionen in Frankreich und England als wohltätig. Aber in unserem Land kann die Revolution nur zerstören, da die gebildete Klasse eine schwache Minderheit darstellt, unorganisiert und ohne politische Erfahrung, nicht mit dem Volk verbunden. Das ist, meiner Meinung nach, das Hauptverbrechen des Zarismus: Er ließ keine anderen politischen Zentren neben seiner Bürokratie zu. Und er tat dies so erfolgreich, dass mit dem Verschwinden der Beamten auch der russische Staat selbst zerfallen wird. Das Signal zur Revolution wird wahrscheinlich von den bürgerlichen Schichten, der Intelligenz und den Kadetten gegeben, die hoffen, Russland zu retten. Aber die bürgerliche Revolution wird schnell in eine Arbeiter- und dann in eine Bauernrevolution übergehen. Dann wird eine schreckliche Anarchie beginnen, die ein Jahrzehnt dauern kann. Wir könnten Zeiten wie die von Pugatschow oder sogar schlimmer erleben. So sind die Gedanken des Industriellen und Finanziers A.I. Putilov, die am 2. Juni 1915 vom französischen Botschafter in Russland, Maurice Paleolog, in seinem Tagebuch festgehalten wurden.
Alexei Ivanovich Putilov, geboren am 24. Juni 1866 und gestorben am 2. Juni 1940, war ein russischer Industrieller und Financier. Er war Millionär und einer der führenden Finanziers und Industriellen des Landes. In den Jahren 1912 und 1916 gründete er zusammen mit I.I. Stakheev und P.P. Batolin eine der größten Finanz- und Industriegruppen. Seit 1916 war er Mitglied der Gesellschaft „Stakheev und Co.“. Nach den Erinnerungen von S.Y. Witte galt Putilov als einer der einflussreichsten Finanziers sowohl in Petersburg als auch im Ausland.
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