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Pavel Nikolajewitsch Miljukow (1859, 1943) - bedeutender russischer Historiker

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Pavel Nikolajewitsch Miljukow (1859, 1943) - einer der größten russischen Historiker an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und gleichzeitig der bedeutendste politische Akteur dieser Epoche. Professor an der Moskauer Universität, wurde er Führer der konstitutionell-demokratischen Partei und 1917 Minister für Auswärtige Angelegenheiten der provisorischen Regierung. Nach der Revolution emigrierte Miljukow nach Paris, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1943 wissenschaftlich und publizistisch tätig blieb.

"Skizzen zur Geschichte der russischen Kultur" - das Hauptwerk von Miljukow, dessen Arbeit sich über Jahrzehnte erstreckte. Die ersten beiden Teile der "Skizzen" wurden 1895, 1896 in der Zeitschrift "Mir Bozhij" veröffentlicht; der erste Teil erschien 1896 als Einzelveröffentlichung, der zweite 1897. Die Jubiläumsausgabe begann Miljukow 1930 in Paris zu veröffentlichen.

Das Werk umfasst drei große Teile. Der erste Teil führt den Leser in das "historische Gebäude, in dem das russische Volk sein Leben verbracht hat" ein - hier werden theoretische Ansätze zur Analyse des historischen Materials dargelegt, es werden Skizzen über die Bevölkerung, die wirtschaftliche, staatliche und standesmäßige Ordnung präsentiert. Der zweite Teil ist der Kirche, dem Glauben und der Bildung gewidmet, der dritte dem Nationalismus und der öffentlichen Meinung.

Die zentrale These des Buches: Russland, trotz seiner Besonderheiten, ging einen europäischen Entwicklungsweg; dabei zeigte Miljukow die große Rolle des Staates bei der Bildung der russischen Gesellschaft und führte Argumente über die besondere Anpassungsfähigkeit des russischen "Nationaltyps" an übernommene gesellschaftliche Institutionen an.

Die "Skizzen" bleiben eine fundamentale Quelle zur Geschichte der russischen Kultur - ein synthetisches Werk, in dem Geschichte, Soziologie und Philosophie zu einem einheitlichen Bild der Entwicklung Russlands von der Antike bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts verbunden sind.

Miljukow starb in Échirolles (einer französischen Kurstadt in Savoyen) und wurde auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt.

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