Das Haus Nummer 60 in der Krasnaya Straße gehörte einst der Frau des Gouverneurs von Penza, Mavra Wigel. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude etwas umgebaut und an die Vereinigte Versammlung, einen gesamtgesellschaftlichen Kultur- und Unterhaltungsklub, vermietet. Diese Einrichtung galt als einer der liberalsten im Gouvernement. Hier konnte ein einfacher Bauer frei an einem Tisch mit einem Adligen oder einem hochrangigen Beamten, wie einem Staatsrat, sitzen. Jede Woche fanden im Klub Aufführungen, Konzerte und andere Veranstaltungen statt. Die Leitung bemühte sich, Künstler mit ungewöhnlichem Repertoire einzuladen. Zum Beispiel trat im März 1914 der noch am Anfang seiner Karriere stehende Futurist Wladimir Majakowski auf, und kurz zuvor wurde das technische Wunder dieser Zeit, der Filmprojektor, vorgeführt. Viele Stadtbewohner sahen Filme zum ersten Mal, und für die Besucher aus abgelegenen Landkreisen schienen die 'bewegten Bilder' wahre Magie zu sein. Die Show wurde nicht einmal durch das scheinbar einfache Programm der Vorführungen getrübt. Den Zuschauern wurde ein Nachrichtenfilm gezeigt, darunter solche Streifen wie 'Die Menge von Negern', 'Die Ankunft des Zuges', 'Der feierliche Umzug Seiner Kaiserlichen Hoheit Nikolaus II.', 'Szene in der Zahnarztpraxis' und andere, die nach modernen Maßstäben langweilig erscheinen. Ein anderer Teil des Gebäudes wurde vom vorrevolutionären Bürgermeister von Penza, Fjodor Shvetsov, belegt, der hier eine Handwerkerschule mit einer fünfjährigen Ausbildungszeit eröffnete.
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